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Warum Medienerziehung im Kindergarten sinnvoll ist

In einer von Medien geprägten Welt muss Medienerziehung als wichtiger Bestandteil der Bildungsarbeit gesehen werden – und die beginnt bereits im Kindergarten.

Mit dem Begriff "Medienerziehung" werden sehr unterschiedliche Aspekte assoziiert. Dadurch geht die Meinung des Fachpersonals dabei auch noch sehr auseinander. Doch warum ist es wichtig, bereits im Kindergarten damit zu beginnen?  

 "Es geht nicht um ein Mehr an Mediennutzung, nicht darum, Kinder nun auch noch vormittags im Kindergarten zusätzlich zum familiären Medienkonsum »an den PC zu setzen«, sondern darum, Kindern Orientierungshilfen anzubieten, Ausdrucks- und Bildungsmittel bereitzustellen, ihnen einen chancengleichen Medienzugang zu eröffnen, ihre Medienkompetenz zu stärken und natürlich auch, sie dazu anzuhalten, Medien einfach mal auszuschalten!" (Roboom S.12)

Dieses Zitat gibt einen guten Einblick, was Medienerziehung im Kindergarten bedeutet und warum damit im Kindergarten begonnen werden kann. Im Folgenden wird nun auf die einzelnen Aspekte genauer eingegangen: 

Medien gehören zur Lebenswelt der Kinder

Schon die Jüngsten kommen täglich mit Medien in Kontakt (siehe Safer-Internet Studie) und nehmen diese Erlebnisse und Erfahrungen in die Bildungseinrichtung mit. Man kann also sagen: Kindheit ist Medienkindheit. Medien sind an allen Orten leicht verfügbar und viele Kinder besitzen eigene digitale Geräte.

Die Aufgabe des Kindergartens ist es, sich an der Lebenswelt der Kinder zu orientieren und entsprechende Angebote zu setzen um Kinder in diesem Bereich zu unterstützen. Die Bildungsangebote orientieren sich dabei an der Entwicklung, den Vorerfahrungen und dem Interesse der Kinder und unterstützen Kinder dabei, sich in der digitalisierten Welt zurecht zu finden. Die Entwicklung der individuellen Medienkompetenz hat langfristig Auswirkungen auf Schule, Beruf und auch die private Alltagsbewältigung (vgl. Six 2007, S.18ff). 

Medien erfüllen für Kinder aber auch zahlreiche Funktionen und befriedigen Bedürfnisse wie Neugier, Wissen und können auch Langeweile beseitigen. 

Der Umgang mit Medien muss gelernt sein

Kinder wachsen heute mit Fernseher, Computer, Smartphone und Co auf und gehen damit ganz selbstverständlich um. Sie erkunden digitale Geräte ohne Berührungsangst. Kinder können schnell wischen und tippen, die Bedienung stellt dabei kein Problem dar. Doch der bewusste, kritische und kompetente Umgang mit Medien(inhalten) muss genauso erlernt werden wie etwa das Schreiben, Lesen oder die Verhaltensregeln im Straßenverkehr. Es wäre ja auch gefährlich, nur weil ein Kind gehen gelernt hat, anzunehmen, dass sich dieses im Straßenverkehr ohne Probleme bewegen kann. Medienkompetenz ist zur Kulturtechnik geworden (vgl. Six 2007, S.17ff.).

Genauso ist es mit Medien. Die Nutzung hat das Kind schnell gelernt, dies ist jedoch, im Bezug auf Medien, nur ein kleiner Teil. Im Rahmen der Medienerziehung im Kindergarten lernen die Kinder vielfältige Möglichkeiten der Mediennutzung, und -gestaltung kennen und lernen auch Medieninhalte kritisch zu hinterfragen. Dabei lernen sie diese als Werkzeuge zur Verwirklichung eigener Ideen und Ziele einzusetzen.

Medienerziehung gewährleistet Bildungschancengleichheit

Nicht alle Kinder haben die gleichen Voraussetzungen. Die Familie ist Vorbild, vermittelt ihre Einstellung gegenüber Medien und ist dadurch primär für die Mediensozialisation zuständig. Kinder kommen daher mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen in den Kindergarten. Im Kindergarten kann diese Ungleichheit ausgebessert werden und allen Kindern der Zugang zu Medien und die vielfältige Auseinandersetzung mit diesen ermöglicht werden. Dadurch werden die unterschiedlichen soziokulturellen Hintergründe und die damit einhergehenden Unterschiede in der Erfahrung der Kinder ausgeglichen und ein solider Grundstein für die zukünftige Entwicklung gelegt. 

Im Kindergarten können Kinder wertvolle Medienerfahrungen machen und lernen, wie sie Medien nicht nur zur Unterhaltung genießen, sondern auch als Informationsquelle, als Kommunikationsmittel oder als Werkzeug für kreatives Arbeiten einsetzen können.

Medienerziehung wirkt präventiv

Medien können das Leben in vielerlei Hinsicht bereichern, bringen aber auch Gefahren mit sich. Bewahrpädagogische Ansätze und das Verbot von digitalen Geräten sind kaum zielführend, will man diesen Gefahren entgegenwirken, denn Kinder müssen den Umgang damit lernen. Da Medien zum Alltag der Kinder gehören, ist es wichtig, auch im Kindergarten medienpädagogische Aktivitäten anzubieten, durch die die Kinder Einblick in die Funktionsweise von Medien sowie Ideen zur kreativen Auseinandersetzung mit Medien erhalten und so an einen verantwortungsvollen, selbstbestimmten Umgang herangeführt werden.

Um beim Straßenverkehr-Beispiel zu bleiben: Autos stellen im Straßenverkehr potenzielle Gefahrenquellen dar, daher verbieten wir Kindern auch ohne genaues Schauen auf die Straße zu gehen. Wichtig ist es, Kinder (altersangepasst) über Probleme und Risiken in der digitalen Welt aufzuklären und mit ihnen Strategien zu entwickeln, wie diese verhindert  bzw. kompetent gelöst werden können. Hierzu zählt auch das Thema Werbung, denn Kinder sind eine Zielgruppe des Medienmarkts und sehr früh damit konfrontiert.

Durch die kreative Medienarbeit lernen Kinder Medien verstehen

Wie Medien funktionieren, was sie beabsichtigen und wie sie uns beeinflussen, lernen Kinder am besten, indem sie selbst kreativ und aktiv mit Medien arbeiten. Das Erstellen eigener Medienprodukte macht direkte Erfahrungen mit Medien möglich. So erleben die Kinder durch das Aufnehmen einfacher Stopp-Trick-Videos, dass nicht alles was im Fernsehen gezeigt wird auch der Wahrheit entsprechen muss. Durch das selbständige Fotografieren machen sie die Erfahrung, dass Medien immer nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit abbilden. Medienerziehung heißt aber nicht nur die Arbeit mit digitalen Medien, es geht auch ganz ohne Medien. Mehr Ideen dazu finden Sie unter "Medienpraxis".

Medien bereichern und unterstützen das kindliche Lernen und die lernmethodische Kompetenz wird geschult. Dabei sollen Medien direkte sinnliche Erfahrungen und körperliche Aktivitäten nicht ersetzen, sondern diese, wo es Sinn macht, ergänzen. Sie stellen eine zusätzliche Ausdrucksform dar, derer sich die Kinder bedienen können. Ziel der Medienerziehung im Kindergarten ist es die Medienkompetenz zu stärken.

Medien können als Chance gesehen werden, die kindliche Wahrnehmung zu erweitern, und ganz neue Möglichkeiten zum kreativen Handeln bieten. Außerdem können die Kinder sie als Werkzeuge einsetzen, die sie beim Lernen durch Spielen, Entdecken und Ausprobieren unterstützen. Daneben sind Medien zusätzliche Bildungsmittel, die Differenzierung und Individualisierung in der Bildungsarbeit erleichtern.

Auch im bundesländerübergreifenden Bildungsrahmenplan sowie im Bildungsplan der Stadt Wien ist die Vermittlung von Medienkompetenz enthalten. Medien werden dabei als Mittel zur Kommunikation, Information und Unterhaltung definiert und die Vermittlung der Medienkompetenz wird als Bildungsziel genannt. Weitere Informationen dazu finden Sie unter "Die Medienerziehung im Bildungsplan".


Literatur

Bildungsplan der Stadt Wien.  https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/Landesnormen/LWI40004982/Anlage_1.pdf (abgerufen am 23.09.2020) 

Bildungsrahmenplan (2009): Bundesländerübergreifender BildungsRahmenPlan für elementare Bildungseinrichtungen in Österreich des Charlotte Bühler Instituts.

Roboom, Susanne (2017): Mit Medien kompetent und kreativ umgehen. Basiswissen & Praxiswissen. Beltz Nikolo Verlag.http://www.ciando.com/img/books/extract/3407294972_lp.pdf

Six, Ulrike; Gimmler, Roland (2007): Die Förderung von Medienkompetenz im Kindergarten. Eine empirische Studie zu Bedingungen und Handlungsformen der Medienerziehung. Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen. Vistas Verlag GmbH.

Schallhart, Elisabeth; Eitel, Andreas; Lenich, André; Gartler, Claudia; Wieden-Bischof,
Diana; Schaper, Elisabeth; Ehlers, Jan P. (2013): Spielend Lernen im Kindergarten. Neue Technologien im Einsatz. In: Ebner, Martin [Hrsg.]; Schön, Sandra [Hrsg.] (2013): L3T. Lehrbuch für Lernen und Lehren mit Technologien. 2.Auflage.
 

 

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