Die Rolle der Familie in der Medienerziehung

Die Familie ist der erste Ort an dem Kinder mit Medien Kontakt haben. Der innerfamiliäre Umgang mit Medien hat einen großen Einfluss auf die Kindheit.

Digitale Medien sind aus dem Familienalltag nicht mehr wegzudenken. Eine Safer-Internet Studie zeigt, dass der Erstkontakt mit Medien durchschnittlich im ersten Lebensjahr stattfindet. Eltern nutzen ihre Smartphones und Laptops täglich und sind somit Vorbilder. Kinder nutzen Tablet, Smartphone und Fernseher am häufigsten um Videos oder Fotos anzuschauen, Musik zu hören oder Spiele zu spielen. Aber nicht nur die Häufigkeit der Mediennutzung, sondern auch die Rolle der Familie hat sich in den letzten Jahren verändert. Doch wie hat sich diese verändert und wie beeinflusst dies die Mediennutzung?

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Medien im Familienalltag

Medien spielen in Familien eine wichtige Rolle. Lange (2007, S.41) beschreibt die Aufgaben der Medien innerhalb einer Familie folgendermaßen: "Medien sind Bestandteil dieses organisierten Alltags. Sie bieten Anlässe der Strukturierung und der Entspannung und können so die Akteure entlasten. Ebenso liefern sie Stoff für Diskussionen, Streit und Polarisierungen."

Medien werden für unterschiedliche Dinge in einer Familie eingesetzt und erfüllen verschiedene Funktionen, von der Organisation des Alltags bis hin zur Aneignung von Wissen ist alles möglich. Wofür Medien genutzt werden, hängt von den Einstellungen der Eltern gegenüber neuen Medien ab und auch davon, wie sie selbst Medien nutzen.

Einstellung gegenüber Medien

Die Art und Weise, wie Medien in der Familie genutzt werden, ist genauso vielfältig wie die Familien selbst. So gibt es Familien, in denen Kinder kaum bei der Mediennutzung begleitet werden, in anderen wiederum dominieren Regeln und Verbote. Wieder andere Familien setzen den Fokus auf die Bedürfnisse der Kinder und versuchen sie individuell zu unterstützen (vgl. Lampert 2016, S. 37)

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Anforderungen und Aufgaben von Familien

"Die Familie als erste und wichtigste frühe Sozialisationsinstanz ist maßgeblich für die Prägung von Heranwachsenden. Sie ist für die Vermittlung demokratischer und moralischer Grundwerte und einer angemessenen Gesprächskultur verantwortlich" (Kratzsch 2020, S. 64)

Medieninhalte begleiten

Die Familie ist idealerweise ein Schutz- und Experimentierraum für Kinder, wo sie Dinge ausprobieren können und keinen Gefahren ausgesetzt sind (vgl. Kratzsch 2020, S. 65). Die beste Art Probleme vorzubeugen, ist Begleitung, Aufklärung und das regelmäßige gemeinsame Gespräch. Medienerziehung bedeutet, den Kindern beim Aufbau der Medienkompetenz sowie bei der Verarbeitung ihrer Medienerlebnisse unterstützend zur Seite zu stehen.

Eltern haben die Aufgabe ihren Kindern beim Umgang mit und der Auswahl von Medien Orientierung zu geben. Schließlich sind sie es, die den Kindern den Zugang zu bestimmten Medienangeboten ermöglichen oder verbieten (können). Dabei müssen auch die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder Beachtung finden. Nicht alle Angebote sind für uns Erwachsene auf den ersten Blick wertvoll. Und doch können sie Kinder in der Erfüllung bestimmter Entwicklungsaufgaben – wie etwa Aufbau der eigenen Identität oder Kennenlernen alternativer Konfliktlösestrategien – helfen.

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Regeln vereinbaren

Wichtig ist es Kindern einen Raum zu bieten, in dem sie sich und den Umgang mit Medien ausprobieren und entfalten können und dabei nicht alleine gelassen werden. Die Familie als strukturgebendes Element kann durch die Vorgabe von klaren Regeln zu positiven gemeinschaftlichen Erfahrungen verhelfen (vgl. Kratzsch 2020, S. 65).  Welche Regeln dabei vereinbart werden, hängt von der jeweiligen Familie und ihren Mediennutzungsgewohnheiten ab. Je nach Alter der Kinder können diese Regeln gemeinsam beschlossen werden, an die sich dann auch alle Familienmitglieder zu halten haben. Die Möglichkeit, Argumente für Ausnahmen zu äußern und diese gemeinsam zu diskutieren sollte gegeben sein.

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Vom Konsumieren zum Gestalten

Smartphone und Tablet bieten mehr Möglichkeiten als nur reines Konsumieren von Videos oder das Spielen von Spielen. Zu viel Bildschirmzeit sollte vermieden werden. Um trotzdem digitale Medien zu nutzen und die Medienkompetenz zu fördern, können z.B. gemeinsam mit den Kindern Medienprojekte erstellt werden. Vom Dreh eigener Videos, Fotos machen und bearbeiten, sowie dem Recherchieren von Lieblingsthemen ist vieles möglich. Unter dem Punkt "Medienpraxis" finden Sie zahlreiche Ideen. Die Kinder lernen von der Handhabung bis hin zu technischem Hintergrundwissen vieles dazu.

Digitale Auszeiten schaffen und Alternativen anbieten

Die entwicklungspsychologischen Auswirkungen von Bildschirmzeiten sind wissenschaftlich noch nicht geklärt. Für die Entwicklung ist jedoch ein ausgeglichener Alltag mit z.B. viel Bewegung wichtig. So bieten sich auch medienfreie Aktivitäten an. Hierbei sollte immer das Alter und der Entwicklungsstand berücksichtigt werden.


Literatur

Eggert, Susanne (2020): Digitale Medien begleiten Familien von Anfang an. Ergebnisse des Familien-Medien-Monitoriing im Kontext der Studie "MoFam-mobile Medien in der Familie." In: Gross, Frederike von ; Röllecke, Renate (2020): Familienkultur smart und digital. Ergebnisse, Konzepte und Strategien der Medienpädagogik. Dieter Baacke Preis Handbuch 15. Kopead Verlag.  S. 23-29

Lange, Andreas (2007): Das Kind in der Familie. Medienhandeln aus Sicht der Familienforschung. In: Theunert, Helga (Hg.) (2007): Medienkinder von Geburt an. Medienaneignung in den ersten sechs Lebensjahren. Kopaed Verlag. S. 41- 57

Lampert, Claudia; Rechnitz Marcel (2016): "In der Theorie ist das natürlich immer super einfach, aber in der Praxis...". Anforderungen an und Ansatzpunkte für eine gelingende Medienerziehung in der Familie. S. 37-46. In: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2016): Werkstattbuch Medienerziehung. Zusammenarbeit mit Eltern in Theorie und Praxis. 

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2016): Werkstattbuch Medienerziehung. Zusammenarbeit mit Eltern in Theorie und Praxis. https://www.gmk-net.de/wp-content/t3archiv/fileadmin/pdf/Materialien-Artikel/werkstattbuch2016.pdf (abgerufen am 21.8.2020)

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2019): Gut hinsehen, gut zuhören, aktiv gestalten! Tipps für Eltern zum Thema Medienerziehung in der Familie. https://www.gmk-net.de/wp-content/uploads/2018/07/gut_hinsehen_und_zuhoeren_ratgeber_eltern_2019.pdf  (abgerufen am 21.8.2020)

Röllecke, Renate ; Pielsticker, Anja (2012): Mit Medien leben lernen. Tipps für Eltern von Kindergartenkindern. Landesanstalt für Medien in Nordrhein-Westfahlen. https://www.gmk-net.de/wp-content/uploads/2018/07/mit_medien_leben_lernen_dt_2012.pdf  (abgerufen am 21.8.2020)

Kratzsch, Jörg; Burkhardt, Jessica (2020): Familie im Wandel. Herausforderungen des digitalen Zeitalters meistern. In: Gross, Frederike von ; Röllecke, Renate (2020): Familienkultur smart und digital. Ergebnisse, Konzepte und Strategien der Medienpädagogik. Dieter Baacke Preis Handbuch 15. Kopead Verlag. S. 61-67

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