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Verarbeitung von Medienerlebnissen

Als Konsumentinnen und Konsumenten vielzähliger Medienkanäle werden Kinder mit den verschiedensten Inhalten konfrontiert. Solche Medienerfahrungen verarbeiten zu können ist ein wichtiger Aspekt der Medienkompetenz.

Ausdrücke von Medienerlebnissen können laut und sofort präsent sein, wie zum Beispiel wenn Kinder schon beim Hereinkommen in die Gruppe erzählen, was sie alles anschauen durften und was ihre Medienheldin im Video so alles erlebt hat. Sie können aber auch leise und schwer zu entdecken sein. Etwa wenn ein Kind etwas gesehen hat von dem es überzeugt ist, es eigentlich nicht hätte sehen zu dürfen oder etwas, das ihm Angst macht. Für diese Extreme und all ihren Abstufungen gilt es den Kindern den Raum zu geben die Erlebnisse verarbeiten zu können. (Vgl. Hoffmann, 2008)

Beliebte Kinderserien erkennen können und neugierig bleiben

Um den Erzählungen der Kinder folgen zu können ist es wichtig die bekanntesten Kinderserien zu erkennen und ungefähr einordnen zu können. (Vgl. Neuß, 2005, S. 60) Viele der Sendungen die Erwachsenen vom Inhalt her verrückt vorkommen faszinieren Kinder. Dies scheint sich von Generation zu Generation zu wiederholen. Nachdem es allerdings beinahe unmöglich ist die gesamte Bandbreite an Serien, Apps, Clips, Spielen und Videos zu kennen, die die Kinder konsumieren, ist es umso wichtiger neugierig zu bleiben und mit den Kindern über ihre Erlebnisse zu sprechen. Denn auch wenn Kinder nur kindgerechte Medien konsumieren, können sie Bilder oder Themen in der Verarbeitung besonders herausfordern.

Wenn Kinder etwas sehen, das noch nicht für ihre Augen bestimmt ist

Schnell kann es passieren, dass Kinder nebenbei etwas aus den Nachrichten mitbekommen oder durch den Algorithmus in Streaming Portalen Clips sehen, die nicht für sie geeignet sind. Kinder haben zumeist ein unbestimmtes Gefühl das ihnen bereits mitteilt, dass diese Inhalte nicht für sie geeignet sind. Sie haben allerdings noch nicht die Fähigkeiten sich selbständig zu lösen. Nach so einer Situation bleibt oft ein schlechtes Gefühl auf beiden Seiten: Viele Erwachsene wollen die unangenehme Situation schnell hinter sich bringen und schämen sich vielleicht auch, während Kinder viel zu verarbeiten hätten. Das wichtigste in solchen Situation ist es Ruhe zu bewahren, den Kindern zu versichern, dass sie nichts falsch gemacht haben und ihnen dann die Möglichkeit bieten darüber zu sprechen. Es kann sein, dass solche Medienerlebnisse Kinder noch lange und auch im Kindergarten beschäftigen. Offen zu bleiben für die Sorgen der Kinder auch im Bezug auf Erlebnisse mit digitalen Medien und Verarbeitungsprozesse zu ermöglichen, ist in solchen Fällen essentiell.

Kinder und Nachrichten

Bei akuten Ereignissen wie Naturkatastrophen oder Nachrichten die das ganze Land beschäftigen ist es sehr wahrscheinlich, dass ein oder mehrere Kinder die Geschehnisse auf irgendeine Art und Weise mitbekommen. Hierbei sind oben genannte Punkte ebenso gültig. Oft ist es besser die geplanten Aktivitäten zu verwerfen und den Kindern und ihren Ängsten, Sorgen und Medienerlebnissen Raum und Zeit zu geben um diese zu besprechen und im besten Fall auch zu verarbeiten. Kinder ernst nehmen und sie darin bestärken ihre Gefühle aus zu sprechen ist ein wichtiger Schritt zur Verarbeitung von fordernden Inhalten. Bei jüngeren Kindern ist es eventuell auch noch empfehlenswert Grundlegendes zu Gefühlen zu besprechen, da sie oft noch nicht in der Lage sind zu benennen, was sie wie beschäftigt. Auch Kindernachrichtenseiten bieten Unterstützung und haben aktuelle Themen meist kindgerecht aufbereitet.

Zeit, Raum, offene Ohren und Augen

Wenn Kinder Inhalte verfolgt haben, die ihrem Alter oder Entwicklungsstand noch gar nicht entsprechen und die sie in der Folge beschäftigen, ist es wichtig offen und wertfrei zu bleiben. Die etablierte Vertrauensbasis aus den vorangegangenen Gesprächen kann nun hilfreich sein für die Kinder um frei erzählen zu können. Oft ist es schon Unterstützung genug die gesehenen Inhalte nach zu erzählen und von einer Vertrauensperson im Gespräch Hilfe beim Einordnen zu bekommen.

Für viele Kinder ist das Gespräch die wichtigste Unterstützung beim Verarbeiten von Medienerlebnissen. Für andere braucht es noch mehr Angebote und Möglichkeiten um Gesehenes oder Erlebtes verarbeiten zu können. Daher ist es wichtig feinfühlig zu bleiben um zu erkennen, ob Kinder besondere Angebote benötigen.

Möglichkeiten und Angebote für die Verarbeitung von Medienerlebnissen

Verarbeitung durch kreatives Gestalten

Stift und Papier sind geduldig und verständnisvoll. Durch das Malen und Zeichnen erhalten die Kinder die Möglichkeit in Ruhe über Gesehenes oder Erlebtes nachzudenken, während sie etwas tun. Gestalterische Tätigkeiten sind ein kreativer Motor für Verarbeitungsprozesse.

Verarbeitung durch Angebote im freien Spiel

Im freien Spiel, vor allem in Rollenspielen, verarbeiten Kinder alles was sie beschäftigt um es für sich einzuordnen. Von alltäglichen Handlungen, wie zum Beispiel hauswirtschaftlichen Tätigkeiten, zu besonderen Ausflügen, aber auch Medienerlebnissen wird alles nachgespielt, in Gedanken verändert und der eigenen Situation angepasst. Dafür braucht es nicht mehr, als im Kindergarten schon auch so zur Verfügung steht – genügend Zeit und Raum und eventuell hin und wieder einen kleinen Anstoß durch spannendes Material. Wenn ersichtlich wird, dass Kinder eine Serie ganz besonders beschäftigt, kann ein kleines Accessoire, das etwas mit dem Inhalt der Serie zu tun hat Verarbeitungsprozesse unterstützen.

Verarbeitung durch Sachgespräche

Oft können Kinder nicht genau benennen was sie an einer Erfahrung beschäftigt, warum es sie fasziniert und wie sie es einordnen sollen. Sachgespräche in der ganzen Gruppe haben den Vorteil, dass Kinder zuhören können und vielleicht erfahren, dass es ihren Freundinnen und Freunden ähnlich geht oder wie diese etwas für sich einordnen und bewerten. Es muss dabei nicht um eine spezielle Serie oder Sendung gehen, sondern es kann ganz allgemein das Thema aufgegriffen werden von dem es scheint es würde das Kind oder die Kinder beschäftigen.

Spezielle Angebote zu Gefühlen und den Umgang mit ihnen

Kinder verfügen über ein egozentrisches Weltbild, sie beziehen alles was sie sehen und erleben auf sich und können sich nicht abgrenzen. Erst ab dem vierten Lebensjahr beginnen sie Verständnis für die Sichtweisen anderer zu entwickeln und können sich in andere hineinversetzen. Diese Verhaltensweisen führen dazu, dass es für Kinder nicht nur ein Film oder ein Geschehnisse weit weg von zuhause ist, sondern es ist Teil ihrer Lebenswelt. Dies kann zu starker emotionaler Belastung führen. Da Kinder ihre Gefühle oft auch noch nicht benennen können, fehlt ein wichtiger Schritt zur Verarbeitung.
Abhilfe schaffen können Angebote zum Thema Gefühle. Solche können bereits präventiv stattfinden um im Ernstfall die richtigen Worte zu finden oder bereits Methoden zu haben, wie mit den eigenen Ängsten umgegangen werden kann.


Literatur

Hoffmann, Bernward (2008): Bewahrpädagogik. In: Sander, U., Gross, F. von, & Hugger, K.-U. (Hrsg.). (2008). Handbuch Medienpädagogik (1. Auflage). VS, Verlag für Sozialwissenschaften.  S.42 - 50

Neuß, Norbert (2005): Medienbildungs als eigenständiges Lern- und Themenfeld. "Medienbildung im Vorschulbereich." In: Medienimpulse; Heft Nr 51, S.59 -64 https://www.mediamanual.at/mediamanual/themen/pdf/kompetenz/51_Neuss_Medienbildung.pdf

Six, Ulrike; Gimmler, Roland (2008): Die Förderung von Medienkompetenz im Kindergarten. Eine empirische Studie zu Bedingungen und Handlungsformen der Medienerziehung. VISTAS Verlag GmbH

Infoset Medienkompetenz des Medienpädagogsichen Forschungsverbunds Südwest,  http://www.mpfs.de/fileadmin/files/Infoset/PDF/MPFS_Infoset_FrueheKindheit_2016.pdf

Theoretische Informationen zu Medienwirkung im Archiv von mediamanual (Zugriff am 04.03.2021)

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