Der Medienalltag der Kinder

Der Alltag der Kinder ist heute von Medien geprägt. Doch welche Medien sind bei Vorschulkindern besonders beliebt? Und aus welchen Gründen nutzen Kinder Medien überhaupt?

In nahezu jedem Haushalt in Österreich findet sich mindestens ein Fernsehgerät. Computer mit Internetzugang sind weit verbreitet und auch das Smartphone gehört mittlerweile zum Standard. Welche Medien zu Hause verfügbar sind und wie und in welchem Ausmaß diese genutzt werden, hängt dabei immer auch vom jeweiligen sozioökonomischen Status der Familie ab.

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  • Unterhaltung: Kinder nutzen Medien vor allem zur Unterhaltung. Das Anhören eines Hörspiels bzw. das Ansehen einer Zeichentrickserie macht einfach Spaß, trägt zur Entspannung bei und vertreibt die Langeweile. Problematisch wird es nur dann, wenn Alternativen zum Zeitvertreib fehlen.
  • Abenteuer: Medien sind moderne Geschichtenerzähler, die die Fantasie der Kinder anregen und Bilder im Kopf entstehen lassen. Sie ermöglichen es in andere Welten einzutauchen, die jede Menge Abenteuer versprechen. Das Verlieren in fiktive Geschichten, lässt den Alltag vergessen.
  • Emotionen: Medien lassen Kinder Emotionen erleben. Sie können sich in ihre medialen Helden hineinversetzen und sich mit diesen identifizieren. Das hilft Ängste und Unsicherheiten abzubauen.
  • Orientierung: Kinder lieben es, dieselben Medien immer wieder zu nutzen. Das gibt ihnen eine Form der Orientierung im Alltag und somit ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit.
  • Wissen: Kinder im Vorschulalter wollen die Welt um sich herum erkunden und sind neugierig auf alles Neue und Unbekannte. Das Bedürfnis nach Information ist groß. Medien können das kindliche Entdecken der Umwelt bereichern und exploratives Lernen praktisch unterstützen. ZB können die Kinder mit einfachen USB-Mikroskopen einen Blick in den Mikrokosmos wagen, mit Mikrofonen die Geräusche der Natur einfangen und mit informativen Kinderbüchern und -sendungen ihren Horizont erweitern.
  • Gemeinschaft: Kinder nutzen Medien auch, um mitreden zu können und soziale Kontakte aufzubauen bzw. zu festigen. Die Kinder fühlen sich durch die Vorliebe für dieselben Medieninhalte einer Gruppe zugehörig. Die Medieninhalte sorgen für Gesprächsstoff und regen zur Auseinandersetzung in Form von gemeinsamen Spielen an. Das schweißt Freundschaften enger zusammen. Gefahr besteht dann, wenn Medien soziale Kontakte nicht anbahnen, sondern diese ersetzen.

Um Gefahren, die von zu häufigem Medienkonsum ausgehen können, rechtzeitig zu erkennen, ist es wichtig, darauf zu achten, welche Funktionen Medien bei jedem einzelnen Kind erfüllen. Dort, wo Kinder in die Welt der Medien flüchten und diese als Ersatz für das "reale" Leben und echte soziale Kontakte dienen, müssen entsprechend gehandelt und Gegenmaßnahmen ergriffen werden – bis hin zum Einholen professioneller Hilfe. Auch deshalb ist es für PädagogInnen unumgänglich, sich in der Bildungsarbeit mit Medien auseinanderzusetzen. Nur so haben die Kinder die Möglichkeit, Medienkompetenz aufzubauen und einen verantwortungsvollen Umgang mit Medien zu lernen.


Webtipps:

Die miniKim-Studie 2014 des Medienpädagogischen Forschungsverbandes Südwest (mpfs) zum Nachlesen

Medien ohne Ende - wann ist viel zu viel?

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