Unterstützte Kommunikation
Wie Audiostifte und Symbole das Verstehen und Lernen erleichtern
Sich mitzuteilen und verstanden zu werden ist ein menschliches Grundbedürfnis. Fehlt jedoch die Möglichkeit, sich auszutauschen, führt dies zu sozialer Isolation und verhindert die Teilhabe an der Gesellschaft. Unterstützte Kommunikation (UK) möchte genau hier Abhilfe schaffen, indem sie Barrieren abbaut und individuelle Werkzeuge zur Verfügung stellt.
Das Konzept von UK wurde vor allem für Menschen mit fehlender oder eingeschränkter Lautsprache entwickelt, um ihnen zu ermöglichen, sich auszudrücken und verstanden zu werden. Dafür können Gestik, Mimik, Gebärden, Bilder, Symbole oder auch digitale Sprachhilfen, wie z.B. Taster, digitale Kommunikationstafeln oder besprechbare Stifte eingesetzt werden (vgl. Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. 2026).
Mittlerweile wird Unterstützte Kommunikation in unterschiedlichen Feldern eingesetzt. UK ist auch im Kindergarten und in der Schule eine wertvolle Möglichkeit, Kommunikation und Teilhabe für alle Kinder zu ermöglichen, unabhängig von ihrer Laut- oder Erstsprache. Individuell angepasste und niederschwellige Kommunikationsformen (z.B. Bilder, Gebärden oder andere Kommunikationshilfen) können Barrieren abbauen und Kindern ermöglichen, Bedürfnisse, Gedanken und Gefühle auszudrücken und aktiv am Bildungsalltag teilzunehmen.
In der pädagogischen Praxis lässt sich UK vielseitig einsetzen, etwa für Tagespläne, Aufgabenpläne, Bildungsinhalte, Elternkommunikation oder organisatorische Abläufe. Durch eine klare und visuelle Gestaltung werden Informationen verständlicher, Orientierung wird erleichtert und unterschiedliche Sprachen können bei Bedarf einbezogen werden. UK schafft somit auch einen Beitrag zur Bildungschancengerechtigkeit.
Symbole und Gebärdensprache
Eine wichtige Kommunikationsform der UK sind Symbole und Gebärden. Sie können im Bildungsalltag auf vielfältige Weise eingesetzt werden. Gebärden können beispielsweise genutzt werden, um gesprochene Sprache zu ergänzen oder wichtige Begriffe und Aussagen verständlicher zu machen.
Symbole ermöglichen unter anderem die visuelle Darstellung von Begriffen, Informationen und Handlungsabläufen und können beispielsweise in (digitalen) Kommunikationstafeln eingesetzt werden.
Gebärdensprache
Gebärden spielen in der Unterstützten Kommunikation eine zentrale Rolle, da sie Menschen mit oder ohne lautsprachlichen Einschränkungen eine visuelle sowie motorische Hilfestellung bieten, um Bedürfnisse auszudrücken, Interaktionen zu stärken und das allgemeine Sprachverständnis zu fördern. Besonders praxisnahe Anlaufstellen für Gebärdensprache sind folgende Plattformen:
- Kindgerechter Grundwortschatz für den Alltag: Kinderhände.at
- Online-Gebärden-Wörterbuch: SpreadTheSign.com
- Gebärdensprache Archiv: Gebärden-archiv.at
Symbole
Symbole bieten Kindern, unabhängig von ihrer Lautsprache oder ihren Erstsprachekenntnissen, eine einfache Möglichkeit zur Partizipation im Alltag. Symbole können Orientierung geben und helfen, Worte mit Bildern zu verknüpfen. Für Pädagog:innen sind Symbole ein wertvolles Hilfsmittel, um Regeln und Handlungsabläufe sichtbar zu machen. Das hilft mehr Struktur, Orientierung und barrierearme Kommunikation in den Alltag zu integrieren. Neben der weit verbreiteten Anwendung Metacom können auch kostenlose Symbole verwendet werden:
- UK OOE Symbole: UK-Oberösterreich
- Arasaac Symbole: Arasaac
Kommunikationstafeln
Kommunikationstafeln sind ein flexibles Hilfsmittel der Unterstützten Kommunikation. Durch das Kombinieren von Symbolen, Bildern und Wörtern können Menschen komplexe Bedürfnisse oder ganze Sätze (z.B. Wunsch nach Essen oder Handlungsabläufe) ganz ohne Sprachdruck durch einfaches Tippen oder Zeigen ausdrücken. Außerdem unterstützen Kommunikationstafeln unabhängig von der Lautsprache aktiv im Kindergarten-Alltag. Sie strukturieren Abläufe, erleichtern die Wortschatzarbeit, fördern Mehrsprachigkeit und bauen Sprachbarrieren ab. Praktische digitale Vorlagen bieten Tools, wie Symbotalk oder das in Wien entwickelte AsTeRICS AAC. Vor allem AsTeRICS AAC eignet sich auch für die Elternkommunikation, da eine Vielfalt an Sprachen verfügbar ist und Inhalte so leicht übersetzbar sind.
Mehr Ideen zur Umsetzung und zum Einsatz von Asterics AAC sind hier zu finden.
Taster, besprechbare Klammern und Co.
Es gibt viele digitale Produkte, die sich hervorragend für Sprachförderung und UK nutzen lassen. Diese Tools vereinen meistens eine Kombination aus haptischen, auditiven oder auch visuellen Inputs. Kinder können dadurch multisensorisch unterstützt werden, um Bedürfnisse auszudrücken, Sprache zu erwerben und ihre sprachlichen Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Einige dieser Tools (und noch viele mehr für den inklusiven Bereich) können auch über LifeTool kostenlos ausgeborgt werden.
Taster
Taster (auch „Talker“ genannt) sind einfach bedienbare Tasten, auf denen kurze Sprechtexte aufgenommen und per Knopfdruck wiedergegeben werden können. Viele Taster ermöglichen zudem das Einsetzen eigener Bildkarten, wodurch sprachliche und visuelle Inhalte verbunden werden. Die besprechbaren Taster ermöglichen Kindern, unabhängig von ihren lautsprachlichen Fähigkeiten, Bedürfnisse auszudrücken und aktiv zu kommunizieren. Kinder können kreativ mit der eigenen Stimme arbeiten, während Pädagog:innen die Taster z.B. fürn Anweisungen und Tagesabläufe nutzen können. So bieten die Taster Orientierung und fördern Selbstständigkeit.
Taster (mit Bildkarten-Fach):
- Big Point (Betzold)
- Leucht-Rekorder (Betzold)
- Outdoor-Aufnahmebutton (Betzold)
Taster (ohne Bildkarten-Fach):
- Talking Points Sprachrekorder (Betzold)
- Besprechbare Taster (Schorn)
Besprechbare Klammern
Die besprechbaren Klammern bieten als niederschwelliges Hilfsmittel der Unterstützten Kommunikation direkte Sprachunterstützung im pädagogischen Alltag. Mit zehn Sekunden Aufnahmedauer lassen sich Botschaften direkt an Bildkarten, Gegenständen oder Tagesplänen anbringen, um Kindern mit sprachlichen Barrieren eine mühelose Partizipation, selbstständige Orientierung und spielerische Wortschatzerweiterung zu ermöglichen. Kinder können auch selbst kreativ werden und kurze Inhalte (z.B. Informationen über ihr gezeichnetes Bild) aufnehmen.
Erzählboard
Das Erzählboard ist ein vielseitiges, leicht bedienbares Hilfsmittel mit Einschubfächern für Symbol- oder Bildkarten, die jeweils mit einer eigenen Sprachaufnahme hinterlegt werden können. Das Board dient als niederschwellige, auditive und visuelle Kommunikationshilfe. Kinder erhalten so eine strukturierte Möglichkeit, Tagesabläufe und Handlungsanweisungen Schritt für Schritt nachzuvollziehen, Begriffe zu festigen, sowie eigene Bedürfnisse und Auswahlentscheidungen selbstständig im Gruppenalltag mitzuteilen.
- Erzählboard (Betzold)
Tellimero
Der besprechbare und dadurch individuell einsetzbare Audio-Stift eignet sich sehr gut für eine interaktive Sprachförderung, die an die Bedürfnisse der Kinder angepasst werden kann. Alles zu Tellimero in der Sprachförderung und praktische Umsetzungsmöglichkeiten kann hier nachgelesen werden.
- Tellimero (Betzold)
Weiterführende Links
UK:
- Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation
- Pädagogische UK-Vernetzung
- Beratungsstelle LifeTool und Assistive Technologien ausborgen
Sprachförderung:
- Sprachförderung mit digitalen Tool - Themensammlung
- Sprachförderung mit dem Bee-Bot
- Sprachförderung mit digitalen Medien
- Mit AsTeRICS AAC kommunizieren
- Tablet, Taster und Symbole: Unterstützte Kommunikation