Der kindliche Medienumgang

Kinder kommen von Geburt an mit Medien in Berührung und können Medien, abhängig von der Entwicklung, unterschiedlich aktiv Nutzen. Verschiedene Einflussfaktoren prägen den Medienumgang nachhaltig.

"Der medienfreie Raum Kindheit ist Illusion. Kinder kommen vom ersten Lebenstag an mit Medien in Berührung", meint Theunert (2007, S.92). Sie beschäftigt sich mit dem Prozess der Medienaneignung in den ersten Lebensjahren und geht näher auf Einflussfaktoren und Entwicklungsstufen ein.

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1. Medien registrieren

Bereits Säuglinge kommen mit Medien in Kontakt. Dies passiert über die Eltern, denn diese nutzen Medien tagsüber, fernsehen während des Stillens, schreiben Chat-Nachrichten während des Schlafengehens usw. Der Familienalltag ist von Medien geprägt, dass zeigt auch die Safer-Internet-Studie von 2020 .

"Schon Säuglinge registrieren die akustischen und optischen Reizquelle Medien und versuchen sie zu kontrollieren" (Theunert 2007, S 100).  Das bedeutet, Säuglinge nehmen optische oder akustische Quellen wahr und reagieren sehr unterschiedlich darauf. Es ist noch nicht gut erforscht, wann sie neugierig sind und wann es sie stört.

Im Kleinkindalter begreifen Kinder dann Medien mit allen Sinnen. Zudem versucht es Handlungen der Eltern oder die es aus dem Fernsehen kennt, nachzuahmen (z.B. auf der Computertastatur schreiben, mit dem Handy telefonieren) (vgl. Theunert 2007, S 100).

Das Kind kann nachhaltig in seinen Medienvorlieben beeinflusst werden, wenn es z.B. von klein auf Kuscheltiere von Figuren aus Kindersendungen besitzt. Die Produzenten von Kindersendungen wissen wie sie früh mit Mehrfachvermarktung, die Vorlieben für ihr Produkt steigern (vgl. Theunert 2007, S 100).  Der Umgang der Familie mit den Medieninhalten und der Nutzung der Medien ist jedoch entscheidend für die weitere Entwicklung. Ihre Aufgabe ist den Umgang mit Medien von Kleinkindern zu regulieren und angemessen zu gestalten (weitere Infos dazu finden Sie im Artikel "Die Rolle der Familie in der Medienerziehung")

2. Medien entdecken

Spätestens ab dem dritten Lebensjahr wollen Kinder die Funktionen der Medien kennenlernen. Kinder versuchen Medien zu bedienen, sich bevorzugte Medieninhalte zu wünschen und sich die Tageszeit zu merken, wann es die Lieblingssendung spielt (vgl. Theunert 2007, S 101).

Ab nun entwickelt sich das Medienverständnis, gemeinsam mit der geistigen und sozial-moralischen Entwicklung der Kinder, stetig weiter. Inhalte können begriffen werden und Handlungen bei einfachen, linearen Geschichten können nachvollzogen werden. "Es gilt:  Was das Kind in der Realität nicht versteht, versteht es auch in den Medien nicht." (Theunert 2007, S 101).  Die Begleitung und die Interaktion mit Bezugspersonen während oder nach dem Medienerlebens hat jedoch den größten Einfluss auf das Entwickeln des Medienverständnisses (vgl. Theunert 2007, S 101).

3. Medien in den Alltag integrieren

"Je mehr die Kinder die Medien verstehen, desto mehr werden deren Angebote für sie zum Erlebnis und als Quelle der Weltaneignung zunutze gemacht." (Theunert 2007, S 101).  Medien werden nach und nach erforscht, Kinder entwickeln Vorlieben und es entsteht der Wunsch diesen nachzugehen. Das aktive Tun und die Auseinandersetzung rücken dabei immer mehr ins Zentrum. In diesem Alter besitzen einige Kinder schon eigene Geräte. Die Mediennutzung wird immer häufiger. Fernsehen ist dabei eine sehr häufige Medienaktivität und wird zur Unterhaltung als auch als Wissensquelle genutzt. (vgl. Theunert 2007, S 102)

Innerhalb der Familie werden Medien sehr oft zum Konsumieren von Medieninhalten genutzt und auch als "digitaler Schnuller" eingesetzt. Hier hat der Kindergarten die Chance und Aufgabe die kreative und aktive Nutzung aufzuzeigen. 

Nicht alle Medien eignen sich daher für jede Altersstufe, außerdem muss man zwischen konsumieren und aktivem Arbeiten mit Medien unterscheiden. Mehr Infos dazu finden Sie im Artikel " Das passende Medium für jedes Alter".


Literatur

Theunert, Helga; Demmler, Kathtrin (2007): Medien entdecken und erproben. Null- bis Sechsjährige in der Medienpädagogik. In: Theunert, Helga (Hg.) (2007): Medienkinder von Geburt an. Medienaneignung in den ersten sechs Lebensjahren. Kopaed Verlag. S, 91- 118

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