Rollenspiele und ihre Bedeutung in der Medienerziehung

"Heute bin ich Feuerwehrmann/frau!" - Rollenspiele fördern nicht nur die kindliche Entwicklung, sondern unterstützen auch den Aufbau der kindlichen Medienkompetenz.

Kind als Feuerwehrmann
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Heute bin ich Feuerwehrmann/-frau!

Rollenspiele und ihr Einfluss auf die kindliche Entwicklung

Kinder schlüpfen bereits im Kleinkindalter im spielerischen Tun in andere Rollen - sei es Mensch oder Tier, reale Person oder Superheld. Dieses Spiel mit verschiedenen Identitäten unterstützt Kinder beim Aufbau eines Selbstbewusstseins und des eigenen Ichs. Sie probieren neue Handlungsweisen aus und gewinnen so zunehmend Sicherheit im eigenständigen Tun. Aber auch Tätigkeiten, die sie im realen Leben nicht bzw. noch nicht durchführen können bzw. dürfen, können so in der Fantasie erprobt bzw. ausgelebt werden.

Oftmals spielen sie dabei Situationen aus dem Alltag nach und setzen sich so mit ihrer Umwelt auseinander. Aber auch Erlebnisse, die sie emotional aufwühlen, arbeiten sie auf diese Weise auf. Gefühle wie Angst, Wut und Trauer können so verarbeitet werden. Mehr dazu unter Verarbeitung von Medienerlebnissen

Im Rollenspiel erschaffen Kinder fiktive Welten, erfinden Geschichten und planen Handlungsabläufe. Dabei wird ihre Fantasie angeregt und ihre Kreativität gefördert. Dabei sind Rollenspiele immer auch kooperative Spiele. Die Kinder lernen dabei aufeinander einzugehen, Gefühle wahrzunehmen, Kompromisse zu schließen und Konflikte zu lösen. Neben den sozial-emotionalen Kompetenzen fördert das gemeinsame Spielen auch sprachliche Fähigkeiten, nämlich eigene Wünsche und Ideen auszudrücken und diese auch anderen verständlich zu machen.

Voraussetzungen schaffen

Requisiten
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Requisiten fürs Rollenspiel: Kisten und Kartons, Alltagsgegenstände, ausrangierte Tastaturen und Bildschirme etc.

Eine entsprechend vorbereitete Umgebung, kann Kinder zum Rollenspiel und der vielfältigen Auseinandersetzung mit sich selbst, ihren Mitmenschen und ihrer (Medien-)Umwelt anregen.

  • Schaffen Sie Platz!

    In einer Freispielecke können sich die Kinder frei bewegen und  ihrer Fantasie freien Lauf lassen.
  • Stellen Sie Requisiten zur Verfügung!

    Sie regen die Kreativität der Kinder an und liefern Impulse für neue Geschichten. Oftmals genügt es einige Verkleidungsutensilien bereitzustellen, sowie Kartons, Kisten, Bausteine und Ähnliches, denen die Kinder im Spiel neue Bedeutungen verleihen. So kann ein Baustein zum Telefon oder eine Schachtel zum Computer werden. Requisiten können auch gemeinsam gebastelt werden. Alte, ausrangierte  Geräte wie Telefone, Tastaturen, Bildschirme etc. können ebenfalls als Requisiten dienen, mit Hilfe derer die Kinder Situationen, die sie aus dem Alltag kennen, nachspielen.
  • Beobachten Sie die Kinder beim Rollenspiel!

    Was wird thematisiert? Welche Verhaltensweisen werden durchgespielt? Wie agieren bzw. reagieren die Kinder? Sie erhalten einen Einblick in die Gefühlswelt und den Alltag der Kinder und können erkennen, was sie emotional beschäftigt. Außerdem gibt Ihnen die Art, wie Kinder spielen, Aufschluss über deren Entwicklungsstand und etwaige Defizite.
  • Spielen Sie auch einmal selbst mit!

    Damit zeigen Sie den Kindern Interesse an ihrem Tun und können Impulse für neue Geschichten und Handlungsweisen geben.

Rollenspiele und ihre Bedeutung in der Medienerziehung

Rollenspiele übernehmen in der Medienerziehung vielfältige Funktionen:

  • Verarbeiten von Medienerlebnissen

    Vorschulkinder verfügen über ein egozentrisches Weltbild, das sie Medieninhalte - wie fiktive Geschichten und Bilder aus dem Fernsehen - intensiv erleben lässt. Der kindliche Medienkonsum ist daher oft mit starken Emotionen verbunden. Rollenspiele helfen den Kindern Distanz zu schaffen und das Erlebte zu verarbeiten.  
  • Gewaltprävention

    Rollenspiele stellen ein wichtiges Mittel zur Förderung der Kommunikationsfähigkeit und Kooperation, aber auch der positiven Selbstbehauptung und des Bewusstseins über sich selbst, seine Bedürfnisse und Grenzen dar. All diese Kompetenzen sind Voraussetzung für ein konstruktives Miteinander. Rollenspiele können somit zur Prävention von Gewalt und Cybermobbing beitragen.
  • Spielerisches Auseinandersetzen mit Medien

    Requisiten wie Bücher, alte Handys und Tastaturen und/oder aus Karton gebastelte Computer und Fernseher ermöglichen es den Kindern sich spielerisch mit Medien auseinanderzusetzen und den Umgang mit diesen zu erproben.

  • Kennenlernen der Funktion von Medien im Alltag

    Alltagssituationen, in denen Medien eine Rolle spielen, können nachgespielt werden. So können zB ein kleiner Kaufladen eingerichtet und Requisiten wie eine Supermarktkassa samt Strichcode-Lesegerät gebastelt werden. Kleine Schachteln können Waren darstellen und diese mit Strichcodes beklebt werden. Auf diese Weise wird die Funktion von Medien im Alltag erlebbar gemacht.


Ideen
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