Hörbert

Hörbert ist ein inklusiver, selbst bespielbarer Holz-Musikplayer für Kinder. Als nachhaltige Alternative zur Toniebox punktet er durch flexible Nutzung, ohne von einem Hersteller abhängig zu sein.

Alter: empfohlen ab 3 Jahren

Sozialform: Einzel-, Klein- oder Gesamtgruppe

Technische Details:

  • Maße: 25 x 18 x 7 cm
  • Gewicht: 1kg
  • Stromversorgung: 4 AA Batterien oder USB-C Kabel
  • Bluetooth Verbindung möglich (ab 3. Generation)
  • SD-Karte wechselbar (MP3, WAV, M4A Format)

Voraussetzungen zur ersten Benutzung:

  • SD Karte & Baterrien müssen eingelegt sein

Was ist der Hörbert?

Hörbert ist ein robuster und nachhaltiger Musikplayer aus Echtholz, der auf ein displayloses, intuitives Bedienkonzept setzt.  Das System basiert auf einer Speicherkarte und neun bunten Tasten, über die verschiedene Playlists angesteuert werden. Neben der fertigen Variante für Kinder ist der Player für Bastler:innen auch als DIY (Do it yourself)-Paket zum Selberbauen erhältlich und mit weniger Tasten für Senioren bzw. den Inklusionsbereich.

Handhabung und Funktion

Handhabung und Funktion

Der Hörbert wird mit einer bereits bespielten SD-Karte geliefert und ist somit sofort einsatzbereit. Er kann offline sowie online genutzt werden, da sich die Inhalte auf der SD-Karte befinden. Dadurch ist der Player besonders flexibel einsetzbar. Die Speicherkarte lässt sich jederzeit ganz einfach mit eigenen Audioinhalten im MP3- oder WAV-Format bespielen. Zudem verfügt das Gerät über ein integriertes Mikrofon für eigene Sprach- oder Gesangsaufnahmen. Alternativ sind fertig bespielte Musik-Karten (ca. 30-40€) erwerbbar. 

Auf der Frontseite befinden sich 11 bunte Tasten, hinter denen jeweils eine eigene Playlist hinterlegt ist. Durch mehrmaliges Drücken derselben Taste springt man zum nächsten Titel. Das intuitive Bedienkonzept verzichtet bewusst auf Displays oder visuelle Menüs. Ein- und Ausschalten sowie die Lautstärkeregelung erfolgen über einen einfachen Drehknauf, wobei die maximale Lautstärke bewusst moderat begrenzt ist.

Aktuell ist bereits die 3. Generation des Hörberts erhältlich. Diese bietet erweiterte Schnittstellen wie eine Bluetooth-Verbindung, die Nutzung als Webradio- und Podcast-Player sowie eine integrierte Einschlaffunktion. 

Die Stromversorgung erfolgt über Akkus beziehungsweise Batterien. In der Generation 3.0 lässt sich das Gerät zusätzlich direkt über ein USB-C-Kabel aufladen.

Das Gehäuse besteht aus Holz und scheint massiv zu sein. Sollte dennoch etwas beschädigt werden, lassen sich sämtliche Zubehör- und Ersatzteile auf der Webseite nachbestellen und reparieren. Eine ausführliche Bedienungsanleitung zu allen Generationen sowie weitere Details und Hilfestellungen zu allen Modellgenerationen sind auch auf der Website abrufbar.

Pädagogisches Fazit

Der Hörbert ist ein nachhaltiger Audioplayer, der im Kindergartenalltag vor allem durch seine Langlebigkeit, Reparierbarkeit und die freie Bespielbarkeit punktet. Ein großer Pluspunkt für die Praxis ist, dass er sowohl offline als auch online funktioniert. Kinder können den Player eigenständig nutzen, um sich selbstbestimmt zurückzuziehen. Es können verschiedene Hörspiele, Musik zur Entspannung oder Bewegung, Geschichten und Podcasts abgespielt werden. Zudem lädt das integrierte Mikrofon zu eigenen kreativen Audioaufnahmen ein.

Diese Flexibilität bringt jedoch Vor- und Nachteile mit sich. Sie bietet maximale Freiheit, erfordert aber einen gewissen Vorbereitungsaufwand (obwohl die Website nützliche Tipps liefert). Nutzt man alternativ die fertig bespielten SD-Karten des Herstellers, fällt die Auswahl im Vergleich zu Systemen wie der Toniebox deutlich geringer aus.

Die Audiobox an sich ist bunt und kindgerecht gestaltet. Allerdings fehlen visuelle Anhaltspunkte wie Symbole oder Figuren, und je nach Speicherkarte besteht daher die Möglichkeit, Playlists sehr lang zu machen. Bei der Suche nach einem bestimmten Titel stößt man daher rasch an die Grenzen des Systems, da ein gezieltes Ansteuern anscheinend nicht vorgesehen ist. Lediglich die Farben geben Orientierung. So wird die Freiheit des Bespielens gleichzeitig zum Hindernis und die inhaltliche Auswahl ist beschränkt. Vorab sollte man sich gut überlegen, hinter welche Taste man welche Inhalte legt. Zwar lässt sich die Speicherkarte wechseln, dafür muss jedoch der gesamte Hörbert von Betreuungspersonen aufgeschraubt werden. Ein einfaches Figurwechseln wie bei der Tonie-Box ist nicht möglich und mit technischen Aufwand verbunden. Die Knöpfe sind vergleichsweise klein, dadurch ist das Drücken für jüngere Kinder haptisch eine Herausforderung. Die neue Generation verfügt über Bluetooth, wodurch bis zu zwei kabellose Bluetooth-Kopfhörer angeschlossen werden können. 

Mit einem Anschaffungspreis von rund 270 € (ohne Batterien) ist der Hörbert höherpreisiger als die Tonie-Box und lohnt sich vermutlich für Einrichtungen, die besonderen Wert auf Ökologie, Unabhängigkeit von geschlossenen Systemen und Langlebigkeit legen.  

Ideen für den Einsatz

Ideen für den Einsatz

Lieder, Geschichten und Spiele:

  • Das Hören von Bewegungsliedern fördert nicht nur die Auge-, Hand-Koordination, sondern auch das Hör- und Sprachverständnis. Bewegungslieder können auch in verschiedenen Sprachen angeboten werden. Durch die Musik werden die Kinder motiviert mitzumachen. 
  • Die Kinder finden auf dem Hörbert Anleitungen zu Spielen. Beispielsweise: “Juhu, du darfst das Memory spielen. Hole dir das Memory mit den Tieren aus dem Regal und setze dich neben mich. Öffne die Box und lege alle Kärtchen verdeckt auf den Boden. Du solltest lauter graue Felder sehen, die Tiere siehst du nicht. Ein Spieler beginnt und dreht zwei Karten um. Befinden sich auf den Karten dieselben Tiere, dann darf sich der Spieler die Karten behalten und weiterspielen. …”
  • Es können Rätsel oder Informationen aufgenommen und mit Bildern verknüpft werden. Die Kinder hören das Rätsel und versuchen, das richtige Bild zuzuordnen.
  • Verschiedene Geräusche oder Töne können aufgenommen und mit den Kindern erraten werden. Auch können im weiteren Schritt Hörspiele selbst gestaltet werden. (Die Kinder lernen dabei auch viel über den Hintergrund und den Ablauf eines Audioaufnahme-Projekts.)
  • Auch können Geschichten oder Rezepte aufgenommen werden. 

Wortschatzerweiterung und Wissensvermittlung

  • Aufnehmen von Hörbüchern: bei aufgenommenen Hörbüchern haben die Kinder eigenständig die Möglichkeit das Buch anzusehen und anzuhören. In der Aufnahme können die Kinder aufgefordert werden, die Seite umzublättern.
  • Individuelle Fragen, die die Kinder interessieren, können mit ihnen aufgenommen werden. Auch können die Antworten gemeinsam mit den Kindern recherchiert und aufgenommen werden. Dabei erweitern und festigen die Kinder ihr Wissen. Interessante Fragen könnten sein: Wie entsteht der Regen? Wo leben Kängurus und warum leben diese nicht bei uns in Österreich? Wie entsteht ein Luftballon? uvm. 
  • Für ältere Kinder bieten sich auch Anleitungen zu Experimenten an. 

Handlungsabläufe und Erlebnisse

  • Wird beispielsweise der Tagesablauf aufgenommen, haben die Kinder die Möglichkeit, sich diesen immer wieder anzuhören. Sie erfahren dabei im Alltag mehr Orientierung und Sicherheit. 
  • Es können Erzählungen über Ausflüge von Zuhause oder vom Kindergarten aufgenommen werden. Die Kinder reflektieren dabei den Tag und können sich den Ausflug immer wieder in Erinnerung rufen. 
  • Den Kindern einen Überblick geben, welche Kleidung für den Garten benötigt wird.
  • Durch die Vertonung von bestimmten Liedern erkennen die Kinder, welcher Übergang im Alltag ansteht und erfahren damit auch Orientierung. 
  • Für die Kinder kann auch der Speiseplan aufgenommen werden.

Umgekehrt können auch die Eltern mit den Kindern zusammen eine Aufnahme gestalten und auf den Hörbert spielen (Erzählungen von Ausflügen, vom Urlaub usw.).


Weiterführende Links

Weiterführende Links

Kostenlose Inhalte: 

Startseite
Ideen