Netiquette 4.0 - Verhalten im Internet und in der digitalen Kommunikation

Genau wie im realen Leben ist es auch in der virtuellen Welt notwendig gewisse Umgangsregeln einzuhalten, um ein funktionierendes Miteinander zu gewährleisten.

Begriffsdefinition

Unter dem Begriff Netiquette, der sich aus den Worten "net" für Internet und "etiquette" (Etikette, Benimmregeln) zusammensetzt, werden Regeln bzw. Tipps für das Verhalten im Internet und in der digitalen Kommunikation – wie z.B. soziale Netzwerke,  Chats, E-Mails usw. – zusammengefasst. Sie betreffen einerseits den Umgang mit anderen Usern, andererseits aber auch den Schutz eigener Interessen.

Problem

Durch eine scheinbare Anonymität im Netz neigen Menschen häufig dazu, ihren Ängsten, Frustrationen und Gefühlen online ohne nachzudenken freien Lauf zu lassen. Dadurch werden unter anderem die Veröffentlichung und Verbreitung rassistischer, sexistischer, beleidigender, diskriminierender und fremdenfeindlicher Aussagen/ Bilder usw. begünstigt. Es ist einfacher etwas zu schreiben oder zu teilen, als es einer Person direkt ins Gesicht zu sagen. Durch diese Schein-Anonymität haben die Verfasser das Gefühl, nicht erwischt werden zu können. Dies ist jedoch trügerisch, denn durch die Registrierung, die hinterlegte E-Mail Adresse, dem Namen und weiteren Angaben, ist niemand anonym ist und kann strafrechtlich belangt werden. Jede Person kann auch wegen Aussagen in sozialen Netzwerken, Chats usw. verurteilt werden.

Aber nicht nur dies gehört zur Netiquette. Auch das Nutzungsverhalten z.B. in Gesellschaft oder wenn man mit dem eigenen Kind unterwegs ist, zählen dazu. Hier sollte jeder für sich selbst reflektieren, z.B. ob und wie intensiv die Smartphone-Nutzung gerade angebracht ist.

Worauf sollte geachtet werden?

Smileys
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  • Bevor eine Nachricht verschickt wird: Durchatmen, etwas Zeit vergehen lassen und vor dem Absenden noch einmal durchlesen!
  • Würde man das Geschriebene auch einem Menschen direkt ins Gesicht sagen? Wenn nein, dann nicht abschicken.
  • Sich erinnern, dass hinter jedem Bildschirm ein echter Mensch sitzt.
  • Im öffentlichen Raum (z.B. U-Bahn, Zug usw.) auf andere Personen Rücksicht nehmen und nicht laut telefonieren.
  • Höflich und respektvoll bleiben!
  • Beleidigungen und Beschimpfungen sind tabu.
  • Das Internet vergisst nicht. Daher vor dem Posten von persönlichen Informationen, Fotos oder Kommentaren darüber nachdenken, welche Folgen dies haben könnte.
  • Digitale Medien nicht als "digitalen Schnuller" einsetzen.

ArbeitgeberInnen, die immer öfter auf soziale Netzwerke zurückgreifen, um sich über BewerberInnen vorab zu informieren, Fälle von Cybermobbing oder die Verbreitung von peinlichen Fotos im Internet zeigen, dass eine Sensibilisierung in diesem Bereich unbedingt notwendig ist. Je früher mit dieser Sensibilisierung begonnen wird, desto eher werden die zukünftigen UserInnen bestimmte Verhaltensregeln verinnerlichen und als Selbstverständlichkeit ansehen.

Präventive Maßnahmen im Kindergarten

Da Kinder im Vorschulalter zwar schon erste Erfahrungen mit dem Internet machen, allerdings im Normalfall noch nicht selbständig surfen oder in sozialen Netzwerken unterwegs sind, geht es hier vor allem um das Vorbildverhalten und das Erlernen von sozialen Werten:

  • Wichtig ist es, dass eigene Gefühle und die Gefühle anderer wahrgenommen und eingeordnet werden können. Kinder sollen erkennen, dass das eigene Verhalten Auswirkungen auf das Wohlbefinden unserer Mitmenschen hat. Dabei ist es wichtig, ein Verständnis dafür zu entwickeln, dass hinter jedem Computer ein echter Mensch sitzt. Hierzu kann auch das Thematisieren von Problemverhalten wie Mobbing usw. zählen.
  • Kinder sollen für die Wirkung von Fotos sensibilisiert werden. Ziel ist es, dass sie ein Gespür dafür bekommen, welche Bilder peinlich für sie selbst, aber auch für andere sein könnten. Außerdem ist es wichtig, das Recht am eigenen Bild zu thematisieren. Denn auch Kinder haben das Recht, ein Bild von ihnen löschen zu lassen.
  • Besonders wichtig ist es, Vertrauen zu schaffen. Kinder müssen wissen, dass sie sich jederzeit bei einem Erwachsenen, den Eltern und/oder der Pädagogin/dem Pädagogen melden können, wenn sie auf verstörende Inhalte stoßen, die sie verunsichern oder ihnen Angst machen.

Ideen
BildDB