Funktionen der Medien

Warum nutzen wir Medien, welchen Reiz üben sie auf uns aus und welche Bedürfnisse befriedigen sie? Die Funktionen, die Medien ausüben, sind vielfältig.

Medien haben verschiedene Funktionen. Für die Gesellschaft sind dies andere als für Kinder oder Erwachsene. Aber auch in der Medienpädagogik, haben Medien andere Funktionen. Hier finden Sie einen Überblick.

Kind und Familie

Notebook und Smartphone
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Medien zur Informationsbeschaffung nutzen

Medien werden von Kindern und Familien mit sehr unterschiedlichen Motiven genutzt. Von der Wissensaneignung bis hin zur sozialen Orientierung und der Freizeitgestaltung:

Information & Lernen 

Medien sind wichtige Werkzeuge, um unser Bedürfnis nach Information zu stillen. Medien dienen aber auch als Orientierungs- und Entscheidungshilfe um alltägliche Handlungen einschätzen zu können. Als  Motiv ist hier Neugier, Kontrolle der Umwelt, Lernen, Realitätsexplorierung und Wissenserweiterung zu nennen. (vgl. Schaumburg 2019, S. 53ff)

Unterhaltung & Entspannung

Medien dienen dem Zeitvertreib, machen Spaß und werden zur Unterhaltung genutzt. Sie lassen uns zur Ruhe kommen, entspannen und den Alltag vergessen. Sie regen unsere Fantasie an und ermöglichen es zumindest in Gedanken in andere Welten zu reisen (vgl. Schaumburg 2019, S. 53ff).

Soziale Interaktion

Medien sind wichtige Kommunikationsmittel. Mobiltelefone, Smartphones, soziale Netzwerke etc. lassen uns mit Menschen aus der ganzen Welt und zu jeder Zeit in Kontakt treten. Hierbei steht der Wunsch nach Geselligkeit, sozialen Kontakten und Anerkennung durch andere Menschen im Vordergrund (vgl. Schaumburg 2019, S. 53ff) . Ebenso kann darüber der Alltag organisiert werden, was durch eine Entgrenzung von Familie und Arbeitswelt immer mehr in den Vordergrund tritt. 

Identifikation und Entwicklung

Medien helfen uns unsere persönliche Identität aufzubauen und zu festigen.  Dahinter steckt der Wunsch nach Bestätigung der persönlichen Werte und die Suche nach Rollenvorbildern. Oftmals identifizieren sich Kinder mit Medienakteuren (vgl. Schaumburg 2019, S. 53ff). Hier spricht man von Medienhelden. "Die Medienheldinnen und -helden bieten [Kindern] auch Projektionsfläche für eigene Wünsche, Bedürfnisse und Vorstellungen, sie dienen als Identifikationsobjekte." (Roboom 2017, S. 10). Die aktuellen Medien-Vorlieben der Kinder sagen uns viel über ihre aktuellen Vorlieben und Interesse, aber auch über den Entwicklungsstand (vgl. Roboom 2017, S. 10).

Didaktische Funktionen für die Medienpädagogik

Aber auch die Mediendidaktik sieht in Medien verschiedene Funktionen:

Präsentieren und Veranschaulichen

Durch die Kombination von Sprache mit Bildern oder audiovisuellen Darstellungen lernen Kinder einfacher, da mehrere Sinneskanäle angesprochen werden (vgl. Schaumberger 2019, S. 174 ff).  Kurze Erklärvideos, das gemeinsame Recherchieren von aktuellen Fragen und die Visualisierung von Inhalten sind möglich. "Zunächst können Medien reale oder schwer zugängliche Sachverhalte veranschaulichen. Sie können diese jedoch auch didaktisch aufbereiten, um das Verstehen und Behalten beim Lernen zu erleichtern." (Kerres 2000, S.4).

Differenzieren und Individualisieren

Durch zunehmende Heterogenität in Kindergärten und Schulen ist es notwendig auf die individuellen Lernbedürfnisse der Kinder einzugehen (vgl. Irion 2018, S. 10). Medien eignen sich hierfür sehr gut, da diese adaptierbar sind und individuell an dem Schwierigkeitsgrad,  Interesse und Lernstil des Kindes angepasst werden können. (vgl. Schaumberger 2019, S. 174 ff)

Motivation

Medien können motivieren, da  "mit Medien [...] das Lernen anschaulicher gemacht und Bezüge zur Alltagswelt hergestellt werden, sie haben einen Neuheitseffekt, wecken Interesse und bringen Abwechslung in den Unterricht, sie versprechen Lernen mit Spaß, Spannung und Unterhaltung" (Schaumberger 2019, S. 175).

Kommunizieren und Kooperieren 

Lernprozesse haben eine soziale Bedeutung in der Gemeinschaft. Menschen lernen von und gemeinsam mit anderen. Die unterschiedlichen Erfahrungen von verschiedenen Menschen bereichern das Lernen anderer. Durch den Austausch und die Kommunikation zu verschiedenen Themen wird dieses besser verstanden und auch reflektiert. Hinzu kommt die soziale und emotionale Herausforderung des Einzelnen durch die Kooperation. (vgl. Schaumberger 2019, S. 174 ff)


Literatur

De Witt, Claudia; Czerwionka, Thomas (2013): Mediendidaktik. Studientexte für Erwachsenenbildung. Deutsches Institut für Erwachsenenbildung - Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen. 2. Auflage

Irion, Thomas; Scheiter, Katharina (2018): Didaktische Potenziale digitaler Medien. Der Einsatz digitalerTechnologien aus grundschul- und mediendidaktischer Sicht - In: Grundschule aktuell  (2018) 142, S.8-11

Kerres, Michael (2000): Mediendidaktische Analyse digitaler Medien im Unterricht. In: Computer und Unterricht: Lernen und Lehren mit digitalen Medien. Friedrich Verlag. Heft 1, S. 26-28

Knauf, Helen (2010): Bildungsbereich Medien. Vandehoeck & Ruprecht.

Roboom, Susanne (2017): Mit Medien kompetent und kreativ umgehen. Basiswissen & Praxiswissen. Beltz Nikolo Verlag.

Schaumburg, Heike; Prasse, Doreen (2019): Medien und Schule. Studientexte Bildungswissenschaften. UTB Verlag.

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