Coding - Programmieren im Kindergarten?

Was Coding ist, wie es auf spielerische Weise bereits im Elementarbildungsbereich zum Thema gemacht werden kann und welche Lernchancen es in sich birgt.

Im Kindergarten geht es natürlich nicht darum, Kindern das Programmieren mittels Programmiersprache bzw. Quellcodes beizubringen. Vielmehr geht es um die spielerische Förderung von Fähigkeiten, die nicht nur beim Coding, sondern auch im alltäglichen Leben nötig sind:

Lernchancen durch Coding:

Tanja WaculikWiener Bildungsserver
  • Lernen durch aktives Tun 
  • Orientierungs- und Strukturierungskompetenz: Ordnungssysteme werden aufgebaut, Fähigkeit zur Klassifikation, Seriation. Erfassen von Raumlage, Formen und Größenverhältnissen.
  • Symbolverständnis entwickelt sich als Voraussetzung für Schreiben und Rechnen
  • Vorausschauendes und vernetzendes Denken
  • Kreative Kompetenz: eigene Ideen werden entwickelt und ausprobiert
  • Problemlösekompetenz und das Finden eigener, kreativer Lösungswege
  • Medienkompetenz: erste Erfahrungen mit Robotern, den Umgang mit Computern
  • Sprachlich-Kommunikative Kompetenz: Kennenlernen neuer Begriffe und Erwerb von Sprachverständnis
  • Emotionale Kompetenz: Bewusstes Erleben
  • Soziale Kompetenz: Teamfähigkeit, Rücksicht nehmen, Kritikfähigkeit

Was ist Coding?

PexelsPixabayCC0

Coding bzw. Programmieren bedeutet durch Eingabe eines Codes dem Computer bzw. Roboter Befehle zu geben und auf diese Weise Spiele, Programme und Webseiten zu erstellen oder Roboter zu steuern.

Der Code besteht aus Zeichen und Symbolen, die für bestimmte Befehle stehen. Der Code kann sehr unterschiedlich aussehen und eingegeben werden: von ganz einfachem Tippen von Steuertasten (zB. Bee-Bot) bis hin zu komplizierten Programmiersprachen.

Kinder kennen den Computer/das Tablet meist als Gerät zum Anwenden von digitalen Spielen, Programmen und Apps sowie zum Surfen im Internet. Das Medium wird vorrangig zur Unterhaltung oder Informationsbeschaffung genutzt. Die Inhalte werden bloß aufgenommen, nicht aber selbst kreiert. Programmieren bedeutet hingegen selbst zur/zum kreativen Gestalter/in von Medienprodukten und somit auch ihrer/seiner Umwelt zu werden. Wer programmieren kann, wird selbst aktiv, kann Neues entwickeln und eigene Ideen umsetzen. Es wird auch im alltäglichen Leben immer wichtiger, denn wer zumindest Grundkenntnisse des Codings beherrscht, hat später nicht nur bessere Chancen am Arbeitsmarkt, sondern kann sich selbstbestimmt durch unserer (Medien-)Welt bewegen und diese aktiv gestalten.

Programmieren im Kindergarten

Durch spielerisches Programmieren sollen Kinder lernen Probleme effektiv und kreativ zu lösen. Erreicht werden kann dies durch verschiedene Spiele und Übungen, das Arbeiten mit einfachen Programmen und/oder das Beschäftigen mit Robotern. Ganz allmählich bauen die Kinder dabei IT-Kompetenzen und ein Verständnis für die Funktionsweise eines Computers auf - nämlich dass dieser immer nur Befehle ausführt, die wir ihm durch verschiedene Codes geben.

Durch spielerisches Programmieren sollen Kinder lernen Probleme effektiv und kreativ zu lösen. Erreicht werden kann dies durch verschiedene Spiele und Übungen, das Arbeiten mit einfachen Programmen und/oder das Beschäftigen mit Robotern. Ganz allmählich bauen die Kinder dabei IT-Kompetenzen und ein Verständnis für die Funktionsweise eines Computers auf - nämlich dass dieser immer nur Befehle ausführt, die wir ihm durch verschiedene Codes geben.

Programmieren lernen mit einfacher Software und Robotern

Bee-Bot auf Buchstaben-Matte
Angela DeutschWiener BildungsserverCC BY-NC-SA

Es gibt eine ganze Reihe an (oftmals kostenloser) Lernsoftware sowie einfachen Robotern im Bereich Coding. Diese haben den Vorteil, dass die Kinder keine Quellcodes eintippen müssen und auch ohne vorhandener Lese- und Schreibkompetenz arbeiten können. Man spricht hier von "visuellen Programmiersprachen". Dabei steuern die Kinder mit Hilfe verschiedener Symbole das Verhalten von Robotern oder gestalten Spielewelten und animieren selbst gestaltete Charaktere durch das Kombinieren bunter Bausteine.

Wir haben uns pädagogisch wertvolle Lernroboter & Programme für den Elementarbereich näher angeschaut und getestet. Hier finden Sie unsere Tipps und Ideen zum Einsatz im Kindergartenalltag: 

Bee Bot , Cubetto, Dash &  Dot , Ozobot Evo, Scratch Junior

Coding ganz ohne Computer

Um Kinder in das Programmieren einzuführen, muss aber nicht zwingend mit dem Computer/ Tablet oder Lernroboter gearbeitet werden. Es kann ganz klein begonnen werden – etwa mit dem Körper- und raumbezogenen Bewegungs- oder kniffligen Logikspielen. Es bieten sich solche Spiele an, die das gemeinsame und vor allem auch kreative Lösen kognitiver Problemstellungen in den Mittelpunkt stellen. Durch das gemeinsame Tun verbinden diese Spiele stets Kommunikation und soziales Lernen mit der Förderung der Problemlösekompetenz.

Die Kinder entwickeln dabei aber auch das Verständnis darüber, wie ein Computer funktioniert, und lernen die Art des Denkens, die für das Programmieren nötig ist, kennen - wie zb eine Aufgabe in einzelne Arbeitsschritte zu zerlegen und diese nacheinander auszuführen (entspricht dem "Sequencing" beim Programmieren) oder eine Serie von Arbeitsschritten solange zu wiederholen, bis die Aufgabe abgeschlossen ist ("Loop").

Beispiel Bausteine

pixabay.comCC0
Mit bunten Bausteinen IT-Kompetenzen fördern

Diese Art des Herangehens an Problemstellungen können Sie fördern, zB indem Sie den Kindern Anweisungen beim Aufräumen geben: "Wenn du alle roten Bausteine aufgeräumt hast, beginne mit den blauen Bausteinen und wiederhole die Aufgabe."

Oder Sie geben einem Kind die Aufgabe mit den Bausteinen ein einfaches Gebäude zu konstruieren, wobei ein zweites Kind genau zusieht und versucht sich die einzelnen Arbeitsschritte zu merken bzw. sich diese notiert. Nun kommt ein drittes Kind hinzu, das das Gebäude nach den Anweisungen des zweiten Kindes nachbauen soll. Auch hier wird eine Aufgabe in seine einzelnen Arbeitsschritte zerlegt und diese werden nacheinander ausgeführt.

Weiterführende Ideen

Weiterführende Ideen

  • In unseren medienpädagogischen Praxisideen finden Sie zahlreiche Ideen, wie Sie auf spielerische Weise das Verständnis der Kinder für Computer fördern können, ohne diesen zu verwenden.
  • Bei dem Spiel Roboter programmieren stellen die Kinder selbst Roboter dar und steuern sich gegenseitig durch den Raum. Dabei erleben sie spielerisch, wie Computer funktionieren.
  • Computer Science Unplugged der CS Education Research Group der Universität Canterbury (Englisch) bietet eine Sammlung an einfachen Spielen an, die IT-Kompetenzen ganz ohne Computer fördern sollen.
  • Einfach in den Alltag einbauen durch Reihenfolgen- oder wenn-dann Aufgaben.

Links

Links

  • Bee Bot ist ein einfacher Roboter, der über Pfeiltasten auf seinem Rücken gesteuert und somit programmiert wird. Perfekt für den Einstieg ins Coding und Lernen mit und durch Roboter. Mehr zu Bee-Bot
  • Scratch Junior ist eine visuelle Programmiersprache für Kinder ab 5 Jahren. Mit Hilfe bunter Bausteine und Symbole animieren die Kinder Charaktere und kreieren eigene Geschichten. Die App (für Android und iOS) ist kostenlos.  Mehr zu Scratch Jr
  • Dash & Dot sind Lernroboter, die über Apps am Tablet gesteuert und programmiert werden. Die Roboter können sich nicht nur bewegen, sondern auch über Sensoren ihre Umgebung wahrnehmen oder Musik spielen. Auch das Aufnehmen der eigenen Stimme oder das Drehen kurzer Videoclips ist möglich.
    Mehr zu Dash & Dot
  • CODE Studio ("Hour of Code") ist eine Webseite, die verschiedene Tutorials bzw. Übungen für EinsteigerInnen anbietet. Auf spielerische Weise und innerhalb kurzer Zeit können hier Kinder, aber auch Erwachsene ohne Vorkenntnisse die Grundprinzipien des Programmierens kennenlernen und ausprobieren - in über 40 Sprachen, ab 4 Jahren.
  • Lightbot gibt es sowohl als kostenloses Online-Spiel (englisch), als auch als App (für Android, iOS und Amazon/ Kosten: ca. 2,99€). 
  • Unser Robotertest für weiterführende Roboter im schulischen Bereich finden Sie im LehrerInnenweb.

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