Medienpädagogik Theorie, Foto & Video

Hier finden Sie alle wichtigen Hintergrundinformationen und Praxisideen für Foto oder Video-Projekte im Kindergarten.


Medienpädagogik

Definition von Medien

Medien sind Gegenstände, die von Menschen als Zeichen verwendet werden.
Univ. Prof. Dr. Christian Swertz, MA

Medienaneignung in den unterschiedlichen Stadien

  • Im Säuglingsalter werden Medien registriert. Das bedeutet schon hier können sich Eltern und LebenswegbegleiterInnen überlegen wie sie vorbildhaft mit Medien umgehen möchten.
  • Im Kleinkindalter werden Medien entdeckt. Die Handlungen der Erwachsenen werden nachgeahmt.
  • Im Kindergartenalter werden Medien bereits in den Alltag integriert. Es wird also je nach Verfügbarkeit mit Medien gespielt, sie werden gelesen und begriffen.
  • Im Volksschulalter kann bereits aktiv mit Medien gearbeitet werden.

Die Kinder bringen in der Regel also ihre ersten Medienerfahrungen aus der Familie bereits in den Kindergarten mit. Wie bei allen Bildungsmaterialien liegt es an den Teams in den Kindergarten kindgerechte Angebote zu setzen und den Kindern erste Medienkompetenzen mitgeben zu können.

 

Weiterführende Artikel & Literatur:


Foto und Video im Kindergarten

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Einstieg in ein Foto/Video Projekt

  • Funktionen & Regeln der Gruppe besprechen
  • Erstes gemeinsames Fotografieren 
  • Technische Hintergründe
  • Überlegen wovon ich ein Bild machen möchte: 
    Hochformat, Querformat, Perspektiven, Scharfe und unscharfe Bilder 
  • Was passiert nach dem Fotografieren?
    - Bild ausdrucken, gemeinsam am PC betrachten
    - Portfolio/ Digitales Buch
    - Ausstellung (Elternarbeit)

Praxisideen zum Thema Foto & Video

 

Dokumentation

Fotografieren als Experimentieren

Medienprojekte 

Weitere Praxisideen:


Stop-Motion

Stop-Motion ist eine einfache Animationstechnik, die schon junge Kinder zum Erstellen kreativer Filme und Erzählen kurzer Geschichten einsetzen können. Er ist eine Weiterentwicklung aus dem Stopp-Trick-Film (Zauber-Effekt), hierbei wird ein Video gedreht, dieses kurz pausiert und dabei etwas verändert und dann wieder weitergefilmt. Beim Stop-Motion Film werden viele einzelne Fotos gemacht, wobei immer nur kleine Details verändert werden. 

Eine genaue Anleitung und Beispielvideos finden Sie am bei der Praxisidee "Stop-Motion"

Wie kann man nun eine Trickfilmbox selbst machen?

Alternative: Kamera und PC 


Fake News und Bildbearbeitung

Fake News sind gezielt verbreitete falsche Nachrichten, die zur Beeinflussung einer bestimmten Zielgruppe dienen sollen. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden inzwischen auch missinterpretierte Falschmeldungen auf Satire Seiten, schlecht oder kaum recherchierte Meldungen auf Nachrichtenportalen oder zu Parteien gehörenden Websiten dazugezählt. Ebenso in diesen Risikobereich fallen die so genannte Phishing Mails und Kettenbriefe.

Viele Plattformen versuchen zu sensibilisieren und geben Tipps wie Falschmeldungen entlarvt werden können z.B. das  Quiz von Safer Internet.

Kinder werden mit dieser Masse an Informationen aufwachsen und sollten im Sinne der Medienkompetenz früh bemächtigt werden hinter verbreitete Informationen schauen zu können. Eine Möglichkeit dazu ist es sie im Rahmen einiger Angebote damit zu konfrontieren, dass nicht alles was sie sehen auch echt sein muss. Hier gehts zum Bilder Quiz aus dem Workshop.

Mit der  App Sketchbook können auch AnfängerInnen ganz leicht Bilder bearbeiten und diese für ein individualisiertes Angebot zum Thema FakeNews verwenden. Auch Kinder selbst können Bilder bearbeiten - allerdings eher in einer App wie TuxPaint. 

Als Praxisidee finden Sie am Medienkindergarten zum Beispiel: Können Fotos lügen? 


Bildschirmzeit & Inhalte

Grundlegend kann man sagen: MEDIEN HABEN EINE WIRKUNG; WELCHE DAS IST IST JEDOCH NICHT KLAR und vor allem nicht zu vereinheitlichen. Es ist daher schwierig eine bestimmte passende Bildschirmzeit vorzugeben. Bildschirmzeit ist die Zeit, bei der sich ein Kind konsumierend vor dem Gerät (Tv, Smartphone, Tablet) befindet.

Die Zeit in der Gruppe z.B. bei Medienprojekten kann deshalb nicht dazu gezählt werden, da dies nicht unser Konsumieren fällt.

Viel wichtiger als die Bildschirmzeit ist, dass Kinder vor ungeeigneten Inhalten geschützt werden müssen. Die Inhalte (auf Tablet, Smartphone und Fernseher) müssen daher altersgerecht und auf`s Kind abgestimmt sein. Es ist wichtig, dass Kinder bei dieser Tätigkeit begleitet werden.

TV

Werbung

Werbung ist ein wichtiges Thema, welches im Kindergarten-Alltag besprochen werden sollte und dadurch präventiv wirkt. Kinder kommen von Geburt an z.B. mit Merchandise von Kinderserien in Kontakt und  es werden dadurch ihre Vorlieben und Wünsche beeinflusst. Dies hat auch Einfluss auf das weitere Leben.

Werbetreibende möchten Kinder schon sehr früh an Ihre Marke binden um so einen langfristigen Effekt zu erzielen. Denn Erwachsene bewerten Dinge mit denen sie in der Kindheit positive Erfahrungen gemacht haben, später positiver und kaufen diese Produkte auch für ihre Kinder. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder bereits früh darauf sensibilisiert werden.

Praxisideen zu Werbung:

Linktipps:


Recht am eigenen Bild & Urheberrecht

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Das Urheberrechtsgesetz regelt die Nutzung und Veröffentlichung von Werken aller Art – Texte, Musik, Bilder, Filme, Spiele etc. Jedes Werk ist urheberrechtlich geschützt. Das bedeutet die Rechte für das Werk liegen automatisch beim Urheber bzw. bei der Urheberin. Das Hinzufügen eines Copyright-Zeichens zum Werk ist also nicht notwendig und im österreichischen Recht auch nicht vorgesehen.

Eine Veröffentlichung, Bearbeitung oder gar kommerzielle Verwertung eines Werkes ist nur dann zulässig, wenn man selbst UrheberIn ist oder über entsprechende Nutzungsrechte verfügt. Jede Zurverfügungstellung eines Werkes (z.B. in Facebook-Gruppen), die über einen kleinen Personenkreis (etwa 5 Personen als Richtwert) hinausgeht, gilt als Veröffentlichung!

 Freie Medien/  Creative Commons

Es gibt verschiedene Arten von freien Inhalten (auch Open Content genannt), bei denen die Nutzung und die Weiterverbreitung kostenlos und urheberrechtlich erlaubt ist. Diese gemeinfreien Werke sind in sehr vielen Bereichen zu finden und werden hier unterschiedlich genannt: Open Source, Open Data, Open und Open Educational Resources. Auch Wikipedia ist ein gemeinfreies Medium. Das Besondere dabei ist, dass jeder Mensch  mitmachen kann. So gibt es eine alternative Straßenkarte "Openstreetmap", Fotos und Musik, die kostenlos und ohne Probleme genutzt werden können. 

Eine bekannte Lizensierung ist die "Creative Commons Lizenz". Diese Organisation entwickelte Open-Content-Lizenzen auf Basis eines Modulsystems, welches die Rechte des Nutzers bestimmt.  

CC0 bedeutet, dass das Werk für alle frei verfügbar ist und kein Copyright mehr vorhanden ist. Es gibt dann verschiedene  Module, welche nach belieben kombiniert werden können und die Rechte und Pflichten des Nutzers definiert. Sehr oft findet man "BY" als Abkürzung (CC BY), das bedeutet, dass der Nutzer, welcher dieses Werk nutzen möchte, den Autor angeben muss. 

Weitere Module/Abkürzungen sind "NC"(nicht kommerziell), "SA" (Weitergabe unter gleichen Bedingung".

Viele Fotos z.B. auf Wikipedia stehen unter der Lizenz " CC BY SA", das bedeutet, dass der Nutzer das Foto teilen (= veröffentlichen), remixen und auch kommerziell verwenden kann. 

Themen im Kindergarten: 

  • Wer darf wen fotografieren? Vorher fragen & Nein des Kindes ist zu beachten!
  • Einverständniserklärung von Eltern beachten
  • Recht auf Löschen? 
    Praxisidee: Peinliche Fotos 

Urheberrecht & Recht am eigenen Bild 

Freie Medien/ Creative commons- Lizenz 


Ideen
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