Kinder und Nachrichten

Wie wir Kinder bei der Verarbeitung verstörender Bilder und negativer Informationen aus den Nachrichten unterstützen können.

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Den kindlichen Umgang mit negativer Berichterstattung begleiten & unterstützen

Berichterstattung aus Kriegsgebieten und Themen wie Tod, Trauer, Krankheiten und Katastrophen bestimmen die Nachrichtensendungen in Radio, Fernsehen, Zeitungen und Onlinemedien. Kinder von diesen Inhalten und Bildern gänzlich abzuschirmen, ist in unserer Medienwelt kaum möglich. Daher müssen wir uns überlegen, welchen Einfluss solche Negativnachrichten auf die Kinder haben und wie wir Sie bei der Verarbeitung der Informationen, die auf sie einprasseln, unterstützen können. 

Kinder nehmen Berichterstattung über Krieg und Katastrophen anders wahr als Erwachsene. Sie sehen diese personalisiert und bauen häufig aufgrund fehlender Hintergrundinformationen eigene Vorstellungen über das Geschehen auf. Das kann zu einer emotionalen Verunsicherung und zur Entwicklung diffuser Ängste, ihnen und ihrer Familie könnte Ähnliches zustoßen, führen. 

Was PädagogInnen und Eltern tun können ...

In erster Linie geht es darum, die Kinder in ihren Ängsten und Gefühlen ernst zu nehmen. Floskeln wie "Das passiert uns schon nicht!" oder "Da brauchst du doch keine Angst zu haben!" sind wenig hilfreich. Vielmehr ist es wichtig, auf die Kinder einzugehen und ihnen ein Werkzeug in die Hand zu geben, das sie befähigt mit ihren Emotionen umzugehen. 

  • Über unangenehme und/oder beängstigende Themen reden, statt schweigen! Es ist wichtig, Kinder über Hintergründe und Zusammenhänge zu informieren - kindgerecht und altersadäquat, ohne die Inhalte zu verfälschen. So kann Kindern die Verunsicherung genommen werden und der Entstehung von Missverständnissen, die zusätzlich Ängste schüren, entgegengewirkt werden. Nachrichtenseiten für Kinder bereiten aktuelle Themen und Entwicklungen kindgerecht auf  - und bieten sich daher als Unterstützung an.
  • Von Anfang an eine vertrauensvolle Atmosphäre aufbauen! Das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit  ist eine wichtige Voraussetzung dafür Ängste abzubauen bzw. gar nicht erst aufkommen zu lassen. Mit Vertrauenspersonen an ihrer Seite können Kinder etwaige Trennungs- bzw. Vernichtungsängste verarbeiten.
  • Raum zur Verarbeitung von Medienerlebnissen schaffen! Malen und Basteln, gemeinsame Gespräche sowie Rollenspiele helfen den Kindern dabei, Distanz zu den Bildern und Informationen aus den Nachrichten zu erzeugen. 
  • Unterschiedliche Konfliktlösestrategien aufzeigen! Im Zuge der sozialen Erziehung lernen die Kinder, dass es für ein funktionierendes Zusammenleben notwendig ist, auf die Bedürfnisse anderer zu achten und Kompromisse einzugehen.
  • Strategien zum Umgang mit den eigenen Ängsten erarbeiten! Bilder- und Vorlesebücher, deren Geschichten sich mit dem Thema Angst beschäftigen, können hier Unterstützung bieten.
  • Den Kindern klar machen, wie sie sich selbständig von medialen Inhalten distanzieren können, die ihnen Angst machen! Das können ganz einfache Techniken wie das Zuhalten von Augen und Ohren oder das Abbrechen der Mediennutzung durch das Ausschalten des jeweiligen Geräts sein. 

Webtipp:

  • BR Kinder bietet mit klaro Nachrichten für Kinder an - sowohl zum (Vor-)Lesen als auch zum Anhören.

Diese Angebote richten sich zwar an ältere Kinder, können aber PädagogInnen und Eltern Unterstützung bei der altersadäquaten Aufbereitung aktueller Ereignisse und Themen bieten.

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