Was ist Medienpädagogik?

Informieren Sie sich hier über die grundelegenden Aufgaben und Ziele der Medienpädagogik sowie ihrer Beziehung zur Medienerziehung.

Medienpädagogik ist eine Teildisziplin unterschiedlicher Fächer wie Bildungswissenschaften, Publizistik und Kommunikationswissenschaften, Psychologie, Soziologie und Informatik. Jede dieser Disziplinen beschäftigen sich mit anderen Teilaspekten (vgl. Paus-Hasebrink et.al 2005). In einer Gesellschaft, deren Lebensbereiche mit digitaler Kommunikationstechnologie durchdrungen sind, gewinnt die Medienpädagogik immer mehr an Bedeutung und muss sich stets weiterentwickeln.

Aufgaben & Ziele der Medienpädagogik:

Medienpädagogik
Angela DeutschWiener BildungsserverCC BY-NC-SA

Medienpädagogik

  • beschäftigt sich mit den Bedingungen, unter welchen Kinder aufwachsen und den Umgang mit Medien erlernen. (vgl. Baacke 2007, S. 57ff.)
  • untersucht die "Auswirkungen der Medienkultur auf Lern- und Bildungsprozesse in allen Phasen des Lebenslaufs" (Spanhel 2011, S. 101) und analysiert, welche Aufgaben und Funktionen Medien in unserer Gesellschaft übernehmen (vgl. Baacke 2007, S. 57ff.)
  • beschäftigt sich damit wie Menschen unterstützt werden können, Medien in Bildung, Beruf und Freizeit verstehen und gestalten zu können.  (vgl. Spanhel 2011, S. 101)
  • entwickelt medienpädagogische Konzepte und Programme für den sinnvollen Einsatz von Medien im pädagogischen Handeln (vgl. Spanhel 2011, S. 101).

Die moderne Medienpädagogik zielt darauf ab, Medienkompetenz zu vermitteln und dadurch Selbstständigkeit zu ermöglichen. Hier finden Sie Hintergrundwissen zu verschiedenen Ansätzen und Strömungen der Medienpädagogik.

Teilbereiche der Medienpädagogik

Der Begriff "Medienpädagogik" wird heute als übergeordneter Begriff für alle "pädagogisch orientierten Beschäftigungen mit Medien in Theorie und Praxis" (Baacke 2011, S. 4) verwendet, um einzelne Aspekte genauer betrachten und erfroschen zu können. Folgende Teilbereiche haben sich im Laufe der Zeit entwickelt:

Kinder und Jugendliche werden in ihrer Sozialisation von Medien beeinflusst. Die Mediensozialisation beschäftigt sich mit der Frage, wie Menschen von Medien in der Sozialisation beeinflusst werden und welche Auswirkungen dies hat (vgl. Demmler 2012). 

Medienerziehung  findet mit und über den Einsatz von Medien in Bildungseinrichtungen statt. Hierbei werden durch die aktive Auseinandersetzung mit Medien Bildungsziele erreicht (vgl. Iskeln 2012, S. 683 ff.)

Mediendidaktik beschäftigt sich mit der Frage, wie Lernen und Lehren mit digitalen Medien sinnvoll gestaltet werden kann, überprüft dazu alte didaktische Konzepte und entwickelt neue Modelle (vgl. De Witt 2007, S.9 ).

Medienbildung ist ein Entwicklungsprozess, bei welchem bereits vorgegebene Strukturen aufgebrochen werden und durch komplexere Konzepte ersetzt werden. Dies passiert vor allem durch die Gestaltung medialer Bildungsräume (vgl. Spahnhel 2011, S. 95ff).  

Medienkompetenz ist zum zentralen Begriff innerhalb der Medienpädagogik geworden und "...soll aufs Ganze gesehen, den Nutzer befähigen, die neuen Möglichkeiten der Informationsverarbeitung souverän handhaben zu können." (Baacke 2007, S.98). Unter "Die Modelle der Medienkompetenz" finden Sie weitere Informationen.

Lesen Sie weiter warum, Medienerziehung im Kindergarten sinnvoll ist und wie diese stattfinden kann.

 


Literatur

Baacke, Dieter (2007): Medienpädagogik (Nachdr.). Max Niemeyer Verlag.

Demmler, Kathrin;  Wagner, Ulrike (2012): Mediensozialisation und kulturelles Lernen. In: KULTURELLE BILDUNG ONLINE: www.kubi-online.de/artikel/mediensozialisation-kulturelles-lernen (Abgerufen am: 15.07.2020).

De Witt, C. (2007). Mediendidaktik. Bertelsmann Verlag.

Ganguin, Sandra et.al. (2008): Kritisch-emanzipative Medienpädagogik. In: Sander, U., Gross, F. von, & Hugger, K.-U. (Hrsg.). (2008). Handbuch Medienpädagogik (1. Auflage). VS, Verlag für Sozialwissenschaften. S.61 -65

Hoffmann, Bernward (2008: Bewahrpädagogik. In: Sander, U., Gross, F. von, & Hugger, K.-U. (Hrsg.). (2008). Handbuch Medienpädagogik (1. Auflage). VS, Verlag für Sozialwissenschaften. S. 42- 50

IskeIn, Stefan (2012):  Medienerziehung In: Sandfuchs, U.; Melzer, W.; Dühlmeier, B.; Rausch, A. (Hrsg.): Handbuch Erziehung. Bad Heilbrunn: Klinkhard. S. 682-686

Paus-Hasebrink, Ingrid; Hipfl, Brigitte (2005): Medienpädagogik in Österreich: Perspektiven, Potenziale und Probleme – Ein Kaleidoskop in acht Bildern. Online abrufbar: http://www.medienpaed.com/globalassets/medienpaed/11/paus-hasebrink_hipfl0509.pdf [Abgerufen am: 15.07.2020]

Spanhel, Dieter (2011): Medienkompetenz oder Medienbildung? In: Medienpädagogik. Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung. Themenheft Nr. 20: Medienbildung im Spannungsfeld medienpädagogischer Leitbegriff. S. 95 - 120

Süss, D., Lampert, C., & Wijnen, C. W. (2013). Medienpädagogik. Springer Fachmedien Wiesbaden. doi.org/10.1007/978-3-531-19045-7

Schorb, Bernd (2008): Handlungsorientierte Medienpädagogik. In: Sander, U., Gross, F. von, & Hugger, K.-U. (Hrsg.). (2008). Handbuch Medienpädagogik (1. Auflage). VS, Verlag für Sozialwissenschaften.  S.75 -86

Swertz, Christian (2008): Bildungstechnologische Medienpädagogik. In: Sander, U., Gross, F. von, & Hugger, K.-U. (Hrsg.). (2008). Handbuch Medienpädagogik (1. Auflage). VS, Verlag für Sozialwissenschaften. S. 66 -74

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