Der Bienenroboter Bee-Bot

Der Bee-Bot lässt sich über Tasten auf dessen Rücken programmieren und damit steuern. Durch die Verwendung verschiedener Spielpläne, die gemeinsam mit den Kindern gestaltet werden können, kann der Bee-Bot mit Inhalten der Bildungspläne verknüpft werden.


Was er ist und was er kann

Der Bee-Bot ist ein kleiner Roboter, der sich mit Hilfe von Tasten programmieren lässt und das analytische und vorausschauende Denken sowie die Problemlösekompetenz der Kinder auf spielerische Weise fördern soll.

Mit Hilfe von vier Pfeiltasten – [vorwärts], [rückwärts], [Drehung um 90° nach rechts] und [Drehung um 90° nach links] – wird der Bee-Bot gesteuert. Dieser setzt sich allerdings erst in Bewegung, wenn die [Go]-Taste betätigt wird. So können dem Roboter auch ganze Befehlsketten – bis zu 40 Einzelbefehlen – eingegeben werden.

Bee-Bot Steuerungstasten
Thomas KetzerWiener BildungsserverCC BY-NC-SA

Mit dem Bee-Bot erhalten bereits Vorschulkinder Einblicke in die elementare Robotik sowie in das Programmieren mit Hilfe von Codes. Sie erkennen, dass Roboter bzw. Computer nicht selbständig agieren, sondern vielmehr Befehle ausführen, die ihnen von uns Menschen in Form von verschiedenen Codes gegeben werden. Sie erleben außerdem, dass diese Codes ganz exakt und wohl überlegt sein müssen, damit die Maschine auch wirklich das tut, was wir wollen.

Wird der Bee-Bot zusammen mit entsprechendem Material (Spielplänen, Bildkärtchen) eingesetzt, kann er auch mit Inhalten aus den Bildungsplänen verknüpft werden und somit etwa zur mathematischen sowie zur Literacy-Erziehung beitragen, die Orientierung im Raum fördern und Kindern helfen Gelerntes zu vertiefen. Damit ein Lernprozess stattfindet und nicht einfach nur gespielt wird, müssen hinter dem Einsatz des Bee-Bots stets ein pädagogisches Konzept stehen und Lernziele festgelegt werden. Diese liegen im Programmieren, im inhaltlichen Lernen und durch die Arbeit in der Gruppe auch in der Erweiterung sozialer Kompetenzen.

Roboterhand mit ausgestrecktem Zeigefinger
pixabay.comCC0
"Roboter spielen" als Einstieg in die Arbeit mit dem Bee-Bot

Bevor die Kinder mit dem Bee-Bot arbeiten ...

... können sie versuchen "sich gegenseitig zu programmieren":

Die Kinder gehen paarweise zusammen. Ein Kind übernimmt die Rolle des Roboters, das andere die Rolle des Programmierers bzw. der Programmiererin. Der/die ProgrammiererIn gibt dem Roboter nun Anweisungen wie "Gehe gerade aus!", "Drehe dich nach links!" usw. Die Kinder werden schnell merken, dass es wichtig ist, die Anweisungen so genau wie möglich zu formulieren, damit der Roboter wirklich das macht, was sie von ihm möchten. Das ist gar nicht so einfach!

Zur MeKi-Praxisidee: Roboter programmieren

Einsatzmöglichkeiten des Bee-Bots

Es gibt unzählige Einsatzmöglichkeiten des Bee-Bots, die das Lernen und das Denken der Kinder fördern und das gemeinsame Lösen von Problemen unterstützen. Der Roboter kann

  • alleine, zu zweit oder in der Gruppe
  • mit oder ohne Spielplan
  • mit verschiedenen Aufgabenkärtchen (Bildkärtchen, Buchstaben, Ziffern etc.), die auf den Spielplan gelegt werden sowie
  • mit oder ohne Befehlskärtchen

verwendet werden.

Bee-Bot auf Matte mit Abbildungen
Angela DeutschWiener BildungsserverCC BY-NC-SA
Spielplan, auf dem verschiedene Begriffe abgebildet sind

Der Spielplan ...

... ist eine "Matte", die auf dem Boden aufgelegt wird. Er besteht meist aus einem Raster mit mindestens 4 x 4 quadratischen Feldern, die der "Schrittlänge" des Bee-Bots entsprechen (15 cm Seitenlänge). Das macht das Steuern einfacher, da genau ersichtlich ist wie viele Schritte programmiert werden müssen. Spielpläne können - genauso wie der Bee-Bot selbst - bestellt werden. Eine kostengünstige und vor allem auch kreative Alternative ist die Entwicklung eigener Spielpläne zusammen mit den Kindern.

Die einzelnen Felder können eingefärbt sein, Buchstaben, Ziffern und Abbildungen verschiedener Begriffe etc. enthalten oder aber auch "leer" sein.

Tipp: Wird der Raster auf  einen Bogen weißes Papier bzw. auf ein entsprechend großes Stück Karton gezeichnet und darüber eine feste transparente Folie gelegt, können zwischen Papier bzw. Karton und Folie Kärtchen geschoben werden, die immer wieder neu angeordnet und durch andere ausgetauscht werden können. So ergibt sich eine Vielzahl an Verwendungsmöglichkeiten und der Spielplan kann zu bestimmten Themen oder für bestimmte Übungen immer wieder neu gestaltet werden. Außerdem können die Kärtchen durch die Bewegungen des Bee-Bots nicht verrutschen. Alternativ kann auch um etwa 30€ eine transparente Matte erworben werden, deren Felder aus "Taschen" bestehen, in die die Kärtchen geschoben werden.

Bee-Bot mit Raster und Folie
Angela DeutschWiener BildungsserverCC BY-NC-SA
Der Spielplan bestehend aus einem Raster, dessen Felder mit Kärtchen ausgelegt werden können, und einer festen Folie, auf der sich der Bee-Bot ungehindert bewegen kann.

Spielpläne können aber auch ohne Raster auskommen - zB wenn die Kinder auf einen großen Bogen Packpapier ein Dorf mit Straßen und unterschiedlichen Gebäuden oder den Gruppenraum mit den verschiedenen Möbeln und Spielecken aufzeichnen und sich der Bee-Bot zu bestimmten Punkten darauf bewegen soll.

Die Befehlskarten ...

... visualisieren den Code, der den Bee-Bot steuert. Die Symbole auf den Kärtchen stehen für bestimmte Befehle. Die Kinder lernen, dass Symbole Träger von Information sind und diese richtig einzusetzen und zu interpretieren.

Die Verwendung von Befehlskarten macht es erst möglich, Fehler zu entdecken und aus ihnen zu lernen. Die Kinder können das Programm nachträglich verändern und allmählich erweitern. So erkennen sie deutlicher den Zusammenhang zwischen den Befehlen, die sie eingeben und den Aktionen, die der Bee-Bot ausführt.

Bee-Bot Befehlskarten
Angela DeutschWiener BildungsserverCC BY-NC-SA
Die Befehlskarten visualisieren den Code, mit dem der Bee-Bot programmiert werden soll.

Außerdem ermöglicht ihr Einsatz die Arbeit in der Gruppe, in der jedes Kind eine ganz bestimmte Aufgabe übernimmt. So können etwa 4 Kinder gemeinsam für die Steuerung des Bee-Bots zuständig sein:

  • Kind 1 plant den nächsten Schritt im Programm.
  • Kind 2 legt den entsprechenden Code mit den Befehlskärtchen aus.
  • Kind 3 gibt den Code entsprechend den Befehlskärtchen durch Betätigen der Tasten am Bee-Bot ein.
  • Kind 4 überprüft, ob der Code richtig ist und zum gewünschten Ergebnis führt. Haben sich Fehler eingeschlichen, versucht es diese zu beheben.

Unsere Bee-Bot Befehlskarten zum Downloaden und Ausdrucken.


Webtipp:

Zum MeKi-Artikel: Coding - Programmieren lernen im Kindergarten?

Der Artikel informiert Sie über Coding, wie es im Elementarbildungsbereich umgesetzt werden kann und welche Lernchancen sich daraus ergeben.

Unter Roboter & Coding stellen wir Ihnen ausgearbeitete Ideen für die aktive Medienarbeit mit dem Bee-Bot im Kindergarten vor.

Ideen
BildDB