Ziele der Medienerziehung im Kindergarten

Das übergeordnete Ziel der Medienerziehung ist die Medienkompetenz. Wie lässt sich dieses Bestreben im Kindergarten verwirklichen und wie sehen die Bildungsziele im Einzelnen aus?

Die Medienerziehung im Kindergarten soll sich an der Lebens- und Erfahrungswelt der Kinder orientieren. Dafür müssen die PädagogInnen die Interessen der Kinder aufgreifen und diese zum Ausgangspunkt des pädagogischen Handelns machen.

Zwei Aktivitäten mit Medien stehen im Kindergarten im Mittelpunkt:

Ziel
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Ziele der Medienerziehung
  • das aktive Tun - also das Arbeiten mit Medien
    Den Kindern wird die Möglichkeit geboten, Medienerlebnisse aktiv zu verarbeiten und praktische Erfahrungen im Umgang mit Medien zu machen, die ihrem Erfahrungs- und Entwicklungsstand entsprechen. So lernen sie kreativ mit Medien zu arbeiten, eigene Produkte wie etwa Foto-, Film- und Tonaufnahmen zu erstellen und auf diese Weise Medien als sinnvolles Hilfsmittel zur Aneignung ihrer Umwelt zu nutzen.

  • das gemeinsame Gespräch - also das Reden über Medien
    Dabei werden die Kinder angehalten, Medien und ihre Inhalte kritisch zu hinterfragen sowie ihr eigenes Medienverhalten unter die Lupe zu nehmen. So kann eine stets reflektierte und bewusste Mediennutzung angebahnt werden.

Welche Bildungsziele können und sollen dabei erreicht werden?

Um das medienpädagogische Handeln planen zu können, muss das Augenmerk auf die Bildungsziele gelegt werden. Der "Band 5: Frühe Medienbildung" aus der Reihe "Natur-Wissen schaffen" gibt einen guten Überblick über die Bildungsziele im Bereich Medien. Das zentrale Ziel - das medienkompetente Kind - wird demnach über Bildungsziele erreicht, die sich in vier Kategorien unterteilen lassen:

  • Erfahrungen und praktische Kenntnisse im Umgang mit Medien

    Die Kinder sollen die Möglichkeit haben Medien im Alltag zu entdecken (zB Telefon; digitale Wecker; kleine Computersysteme, die Ampelanlagen, Bankomaten, Tankautomaten etc. steuern) und lernen  verschiedene Medien zu bedienen (zB Digitalkamera, CD-Player, einfache Malsoftware).
  • Nutzung von Medien für eigene Anliegen, Fragen und sozialen Austausch

    Die Kinder sollen Medien für verschiedene Anliegen nutzen können – zur Kommunikation (zB Walkie Talkies, Dosentelefone), zur Unterhaltung und Entspannung (zB Musik-Cds, Hörspiele, Bücher), zum kreativen Ausdruck (zB Kamera, Audio-Aufnahmegeräte, Software) sowie als Informationsquelle und zum Lernen (zB Kindersendungen, Lernsoftware, Bücher).
  • Verarbeitung und Reflexion des eigenen Umgangs mit Medien

    Die Kinder sollen das eigene Medienverhalten hinterfragen und alternative Freizeitbeschäftigungen sowie Techniken zur Entspannung kennen und nutzen. Sie sollen Raum und Zeit bekommen, eigene Medienerlebnisse und damit in Verbindung stehende Emotionen zu verarbeiten.
  • Kenntnisse und Reflexion über Art und Funktion von Medien

    Die Kinder sollen Medien als etwas von Menschen Gemachtes erkennen und ihre Absichten – insbesondere die der Werbung - durchschauen.

(vgl. "Frühe Medienbildung" aus der Reihe "Natur-Wissen schaffen", Hrsg. W. E. Fthenakis, 2009, Bildungsverlag EINS GmbH, S. 17 ff)


Buchtipp:

"Band 5: Frühe Medienbildung" aus der Reihe "Natur-Wissen schaffen", W. E. Fthenakis, A. Schmitt, A. Eitel, F. Gerlach, A. Wendell & M. Daut (2009), Troisdorf: Bildungsverlag EINS

ISBN 978-3-427-50288-3

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