Warum Medienerziehung im Kindergarten sinnvoll ist

In einer von Medien geprägten Welt muss Medienerziehung als wichtiger Bestandteil der Bildungsarbeit gesehen werden - und die beginnt bereits im Kindergarten.

Medienerziehung - Warum?
Angela DeutschWiener BildungsserverCC BY-NC-SA

Medien sind allgegenwärtig

In der Welt von heute verfügen wir nicht mehr nur über unsere Körpersprache, die gesprochene Sprache und die Schrift als Möglichkeiten sich auszudrücken und mit anderen zu verständigen, sondern auch über Fotos, Videos, das Internet und vieles mehr. Nur wer mit dem Umgang mit Medien vertraut ist und diese sinnvoll und bereichernd einzusetzen weiß, kann sich in unserer Welt zurechtfinden, behaupten und am gesellschaftlichen Leben teilhaben.

Medien gehören zur Erfahrungswelt der Kinder

Schon die Jüngsten unter uns kommen mit Medien in Kontakt und nehmen diese Erlebnisse und Erfahrungen in die Bildungseinrichtung mit. Der Kindergarten kann also gar kein medienfreier Raum sein. Vielmehr ist es Aufgabe der PädagogInnen, sich an der Lebenswelt der Kinder zu orientieren. Im Kindergarten müssen daher entsprechende Angebote gesetzt werden, die an den Vorerfahrungen und Interessen der Kinder anknüpfen und ihnen erlauben, sich mit ihren Medienerlebnissen auseinanderzusetzen und diese zu verarbeiten.

Der Umgang mit Medien muss gelernt sein

Kinder wachsen heute mit Fernseher, Computer, Smartphone und Co auf und gehen damit ganz selbstverständlich um. Berührungsängste mit der Technik kennen sie kaum und nutzen diese oft intuitiv. Der bewusste, kritische Umgang mit Medien muss allerdings genauso erlernt werden wie etwa das Schreiben, Lesen und Rechnen. Im Rahmen der Medienerziehung im Kindergarten können die Kinder vielfältige Möglichkeiten der Mediennutzung und -gestaltung kennenlernen. Dabei lernen sie nicht nur Medien zu bedienen, sondern vielmehr wie sie diese als Werkzeuge zur Verwirklichung eigener Ideen und Ziele einsetzen können.

Medienerziehung wirkt präventiv

Medien können das Leben in vielerlei Hinsicht bereichern, bringen aber auch Risiken mit sich. Bewahrpädagogische Ansätze sind kaum zielführend, will man diesen Gefahren entgegenwirken. Da Medien zum Alltag der Kinder gehören, ist es wichtig, auch im Kindergarten medienpädagogische Aktivitäten anzubieten, durch die die Kinder Einblick in die Funktionsweise von Medien sowie Ideen zur kreativen Auseinandersetzung mit Medien erhalten und so an einen verantwortungsvollen, selbstbestimmten Umgang herangeführt werden.

Mädchen mit Fotoapparat
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Durch die kreative Medienarbeit lernen Kinder Medien verstehen

Wie Medien funktionieren, was sie beabsichtigen und wie sie uns beeinflussen, lernen Kinder am besten, indem sie selbst kreativ und aktiv mit Medien arbeiten. Das Erstellen eigener Medienprodukte macht direkte Erfahrungen mit Medien möglich. So erleben die Kinder durch das Aufnehmen einfacher Stopp-Trick-Videos, dass nicht alles, was im Fernsehen gezeigt wird, auch der Wahrheit entsprechen muss. Durch das selbständige Fotografieren machen sie die Erfahrung, dass Medien immer nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit abbilden. Und durch das Produzieren eines Hörspiels erleben sie, wie sehr Geräusche und Musik die Stimmung beeinflussen können.

Medien können das kindliche Lernen unterstützen und bereichern

Medien sollen direkte sinnliche Erfahrungen und körperliche Aktivitäten nicht ersetzen, sondern diese bereichern. Sie stellen eine zusätzliche Ausdrucksform dar, derer sich die Kinder bedienen können. Medien können als Chance gesehen werden, die kindliche Wahrnehmung zu erweitern, und ganz neue Möglichkeiten zum kreativen Handeln bieten. Außerdem können die Kinder sie als Werkzeuge einsetzen, die sie beim Lernen durch Spielen, Entdecken und Ausprobieren unterstützen. Daneben sind Medien zusätzliche Bildungsmittel, die Differenzierung und Individualisierung in der Bildungsarbeit erleichtern.

Waage mit Büchern
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Bildungschancengleichheit durch Medienerziehung

Medienerziehung gewährleistet Bildungschancengleichheit

Im Kindergarten kann allen Kindern der Zugang zu Medien und die vielfältige Auseinandersetzung mit diesen ermöglicht werden. Hier können sie wertvolle Erfahrungen mit der Mediennutzung und -gestaltung machen und lernen, wie sie Medien nicht nur zur Unterhaltung genießen, sondern auch als Informationsquelle, als Kommunikationsmittel oder als Werkzeug für kreatives Arbeiten einsetzen können.

Mehr dazu lesen Sie im MeKi-Artikel Bildungschancengleichheit durch Medienerziehung

Medienerziehung im Bildungsrahmenplan

Im bundesländerübergreifenden Bildungsrahmenplan für elementare Bildungseinrichtungen in Österreich werden Informations- und Kommunikationstechnologien als wichtiger Bestandteil des Bildungsbereichs Sprache und Kommunikation ausgewiesen. Dort heißt es:

"Eine zeitgemäße elementare Bildung umfasst daher auch die Förderung kindlicher Medienkompetenz."  (Bundesländerübergreifender Bildungsrahmenplan 2009, S.15).

Außerdem wird Mediengestaltung als „künstlerische Ausdrucksform“ (ebd., S.19) beschrieben.

Soll sich die eigene Bildungsarbeit am Bildungsrahmenplan orientieren, muss auch die Medienerziehung in diese einfließen.

Mehr dazu lesen Sie im MeKi-Artikel  Die Medienerziehung im bundesländerübergreifenden Bildungsrahmenplan

Medien machen Spaß

Nicht zuletzt macht der Umgang mit Medien einfach Spaß. Medien sprechen Kinder an und wecken ihre Neugier. Ihr natürliches Interesse an Medien kann genutzt werden, um Kinder für das Lernen zu begeistern.

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