Über die Bedeutung des Zuhörens und Vorlesens

Zuhören ist ein aktiver Vorgang und muss – im Gegensatz zum Hören, das eine angeborene Sinnesleistung ist – erlernt werden. Es ist unerlässliche Voraussetzung für den Spracherwerb und in weiterer Folge für die Erlangung der Lese- und Schreibkompetenz.

Das Vorlesen und seine Bedeutung für die Sprachentwicklung

Ganz entscheidend für die Entwicklung der Zuhörkompetenz ist das Vorlesen, das in den Familien der Kinder stattfindet. Die Vorlesestudie 2013 der Stiftung Lesen zeigt allerdings, dass in 30 Prozent der Familien mit Kindern im Vorlesealter, also zwischen 2 und 8 Jahren, selten oder gar nicht vorgelesen wird. Vorwiegend sind das Familien aus bildungsfernen Schichten. Das macht eines deutlich: Bildungschancengleichheit kann hier nur geschaffen werden, wenn Bildungseinrichtungen wie Kindergarten und Schule durch entsprechende Angebote das aktive Zuhören und damit die Sprachentwicklung aller Kinder fördern.

Lernchancen, die im aktiven Zuhören liegen

Beim Zuhören wird gleichzeitig die Konzentrationsfähigkeit der Kinder geschult und deren Wortschatz erweitert. Sie bekommen ein Gefühl für zeitliche Abläufe und den Aufbau von Geschichten. Zusätzlich wird deren Fantasie angeregt, wenn sie beim Zuhören innere Bilder entwickeln, die sie auf vielfältige Weise auch zum Ausdruck bringen können. Und schließlich haben die Kinder beim Anhören von Geschichten ganz einfach Spaß und können sich entspannen.

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Aktives Zuhören will gelernt sein!

Förderung des aktiven Zuhörens durch dialogisches Vorlesen

Dialogisches Vorlesen bezieht die Kinder durch das Stellen gezielter Fragen aktiv in die Geschichte mit ein. Die Kinder bekommen die Möglichkeit ihre Gedanken zu äußern, Gefühle auszudrücken, sich in die ProtagonistInnen der Geschichte hineinzuversetzen und die Geschichte gedanklich weiterzuspinnen. Dialogisches Vorlesen unterstützt das aktive, bewusste Zuhören und die Erweiterung des Wortschatzes.

Um individuell und bestmöglich auf die Kinder eingehen zu können, sollten im Kindergarten immer wieder Möglichkeiten geschaffen werden, in der Kleingruppe oder auch nur mit ein, zwei Kindern Bücher zu betrachten.

Weitere Fördermöglichkeiten

Im Elementarbereich kann das aktive Zuhören außerdem durch gemeinsame Gespräche, das Beschäftigen mit Bilderbüchern oder das Anhören von Geschichten und Hörspielen auf Kassette oder CD gefördert werden. Auch spezielle Spiele wie etwa Geräusche raten oder Geräusch-Paare finden unterstützen die Entwicklung der Zuhörkompetenz.

Ganz wichtig ist hier auch die Zusammenarbeit mit den Eltern und deren Sensibilisierung dafür, welchen Stellenwert das Vorlesen und die eigene Vorbildwirkung in der Sprachentwicklung der Kinder einnimmt.


Webtipp:

Weiterlesen auf MeKi: Viele kreative Praxisideen zur Förderung der aktiven Zuhörkompetenz finden Sie im Bereich Printmedien und Audio.

 

Die Plattform Ohrenspitzer - ein Projekt der Stiftung MedienKompetenz Forum Südwest (MKFS) - stellt ein großes Angebot an Materialien, Ideen für die Praxis, Medientipps und vieles mehr zur Förderung des aktiven Zuhörens ab dem Kindergarten zur Verfügung.

Auditorix hingegen richtet sich direkt an die Kinder und ermöglicht es ihnen die Welt des Hörens mittels Geräuschen, Geschichten, Spielen und Musik zu entdecken. Aber auch PädagogInnen erhalten auf einer eigenen Seite für Erwachsene nützliche Informationen.

Die Stiftung Zuhören hat sich zum Ziel gesetzt durch verschiedene Projekte und Weiterbildungsangebote das aktive Zuhören zu fördern. Holen Sie sich hier Tipps und Materialien zur Zuhörförderung und informieren Sie sich über interessante Projekte!

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