NEU: An die Eltern herantreten, aber wie? - Methoden der Zusammenarbeit

Eine funktionierende Elternarbeit ist bedeutender Teil der Medienerziehung im Elementarbildungsbereich. Wie Zusammenarbeit und Informationsaustausch stattfinden hängt von den pädagogischen Zielen und der jeweiligen Familie ab.

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So vielfältig die Familien, so unterschiedlich deren Umgang mit und Einstellungen zu Medien. Davon abhängig ist auch die Art der (medien-)pädagogischen Unterstützung.

Elternarbeit funktioniert durch eine aktive Zusammenarbeit aller Beteiligten, die von Neugier gegenüber der kindlichen Lebenswelt geprägt ist. In einer Atmosphäre, die frei von Vorurteilen und Wertungen ist, können sich PädagogInnen und Eltern austauschen, Unsicherheiten ansprechen und Fragen klären.

Gerade im Kleinkind- und Vorschulalter kommt der familiären Medienerziehung besondere Bedeutung zu. Diese kann aber je nach dem elterlichen Umgang mit Medien und ihrer Haltung gegenüber Medien ganz unterschiedlich aussehen. 

Genauso sollte die medienpädagogische Unterstützung der Eltern in der Medienerziehung - also die Angebote, die Informationen sowie die Art und Weise, wie die Informationen mit den Eltern ausgetauscht werden - auf die jeweilige Familie und deren Bedürfnisse abgestimmt sein. 

Immer im Austausch bleiben durch…

…Tür- und Angelgespräche

Diese Gespräche finden beim Bringen bzw. Abholen der Kinder spontan statt. Sie können genutzt werden um allgemeine Informationen auszutauschen und stärken die Bindung und das Vertrauen zwischen Eltern und pädagogischem Fachpersonal.

…Elternbriefe

Sie bieten die Möglichkeit Medienprojekte anzukündigen bzw. Medienprodukte der Kinder vorzustellen. Die Kinder können bei der Gestaltung der Elternbriefe miteinbezogen werden – durch Zeichnungen, Fotos, Bastelarbeiten etc.

Whiteboard mit Stiften
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Die Wandtafel zur Präsentation und zum Informationsaustausch

…die Wandtafel

Auf der Wandtafel kann Verschiedenes präsentiert werden  - zB aktuelle Ereignisse, Sachinformationen, Einladungen, Materialsammlungen, Ankündigungen von Projekten oder auch Medienprodukte der Kinder. Idealerweise befindet sich die Wandtafel im Eingangsbereich, wo sie für alle einsehbar ist. Die Aushänge bieten Anlass zum Reden: Die Kinder können stolz erzählen, was sie gemacht haben. Die Eltern können mit Fragen an die PädagogInnen herantreten. Und die PädagogInnen können den Eltern auf diese Weise die Medienarbeit des Kindergartens transparent machen.

Ausstellungen, Feste und Aktionstage

Im Rahmen eines Festes oder einer anderen Veranstaltung können Arbeiten der Kinder, die im Zuge der Medienerziehung  entstanden sind, vorgestellt werden – etwa Fotos, eine aufgenommene CD oder eine Kindergartenzeitung. Auf diese Weise erhalten die Eltern einen Einblick in die medienpädagogischen Aktivitäten im Kindergarten und erfahren gleichzeitig etwas über die Medienwelt der Kinder sowie über den pädagogischen Wert der Medienarbeit.

Gemeinsame Ausflüge

Gemeinsame Ausflüge von PädagogInnen, Kindern und Eltern - beispielsweise zu einem Fernsehstudio oder in die Bibliothek – intensivieren die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Kindergarten. Gleichzeitig können auch Eltern die Chance nutzen nützliche Informationen sowie neue Impulse für den Umgang mit Medien zu erhalten und diese im Familienleben umzusetzen.

Gemeinsam
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Auch in der Elternarbeit steht das Miteinander im Mittelpunkt.

Die Teilnahme der Eltern am Kindergartenalltag

Die Bereitschaft der Eltern an Medienprojekten im Kindergarten teilzunehmen kann genutzt werden, um die pädagogische Arbeit transparent zu machen und mögliche Vorurteile abzubauen. Das gemeinsame Arbeiten fördert nicht nur die Beziehung zwischen Kind, Familie und Kindergarten, sondern kann den Eltern auch Impulse für die Medienerziehung zu Hause geben.

Das aktive Einbeziehen der Eltern in die Medienarbeit,  bietet aber auch den PädagogInnen die Chance neue Ideen und Unterstützung zu erhalten. So können Eltern bei der Nachbearbeitung eines Films, dem Nähen von Kostümen und Basteln von Requisiten helfen, aber auch ihr (berufliches) Know-how im Umgang mit Kamera, Computer oder Software einbringen.

Die Elternbücherei

Um Eltern die Möglichkeit zu bieten, sich über bestimmte Themenbereiche auch selbständig informieren und weiterbilden zu können, ist es empfehlenswert, ihnen ausgewählte Bücher als Ansichtsexemplare oder auch zur Ausleihe zur Verfügung zu stellen.

Einzelgespräche

Sie bieten ausreichend Zeit für ein ausführliches Gespräch, gerade wenn es um Themen geht, die das Kind und dessen Familie ganz persönlich betreffen. Im Bereich der Medien kann das etwa ein von dem/der PädagogIn beobachtetes problematisches Medienverhalten sein. Hier ist es besonders wichtig, behutsam an das Thema heranzugehen, verschiedene Lösungsvorschläge zu besprechen und eine konstruktive Gesprächsbasis zu finden.

Menschen im Sesselkreis
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Der Elternarbeit als Chance zum Austausch

Der Elternabend

Im Zuge von Elternabenden können Interessen und Unsicherheiten der Eltern aufgegriffen und Fragen wie etwa "Wie kann ich mein Kind im Internet richtig schützen?", "Welche Regeln sind bei der Mediennutzung durch mein Kind sinnvoll?" oder "Wie oft/lange sollte mein Kind fernsehen dürfen?" gemeinsam besprochen werden. Da das Themengebiet sehr weit und vielschichtig ist, ist es sinnvoll, sich pro Elternabend auf eine bestimmte Thematik zu konzentrieren. Die Themenauswahl sollte abhängig von der Aktualität und den Interessen der Eltern getroffen werden.

Themenbeispiele für Elternabende mit medienpädagogischem Schwerpunkt:

  • Medien und Gewalt
  • Kinderschutz im Internet

Der Elternabend kann aber auch genutzt werden, um ein zukünftiges Medienprojekt vorzustellen, die verschiedenen Phasen zu besprechen und die nötige Mitarbeit der Eltern zu planen. Genauso ist es möglich fertige Medienprodukte der Kinder zu präsentieren und ausgehend von diesen eine Diskussion über medienpädagogisch relevante Themen anzuregen.

Wichtig ist, sich des Ziels bewusst zu sein, das mit der Durchführung eines Elternabends erreicht werden soll. Entsprechend gründlich heißt es sich vorzubereiten und mit dem jeweiligen Thema auseinanderzusetzen, um den Eltern fundierte Informationen und kompetente Unterstützung geben zu können.

Linktipp:

Das Internet-abc bietet Ihnen eine detaillierte Planung eines Elternabends zum Thema "Kinder sicher im Netz" samt Vor- und Nachbereitung sowie hilfreicher Materialien. Auch wenn sich dieser Inhalt  auf die Schule bezieht, sind die Informationen durchaus auch für elementare Bildungseinrichtungen von Nutzen.


Webtipp:

Zum MeKi-Artikel: Elternarbeit in der Medienerziehung

Zum MeKi-Artikel: Medienerziehung - Was Eltern wissen müssen

 

Zum kostenlosen Download von ausführlichen Materialien für die Elternarbeit zum Thema Medienkompetenz der Initiative "Schau hin!" 

Zum kostenlosen Download des Werkstattbuch Medienerziehung - Zusammenarbeit mit Eltern - in Theorie und Praxis der BZgA - deutsche Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

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