Medienerziehung im Kindergarten - Aber wie?

Als Ausgangspunkt für das pädagogische Handeln dienen die Medienerlebnisse der Kinder. Im Mittelpunkt stehen das Reden über Medien und deren Wirkung, das Verarbeiten von Medienerlebnissen sowie die aktive Medienarbeit.

Medienarbeit im Kindergarten soll sich an der Lebenswelt der Kinder orientieren und die Interessen und Medienerlebnisse der Kinder aufgreifen. Aufwendige technische Ausstattung ist dafür nicht zwangsläufig nötig. Oberstes Ziel der Medienerziehung ist immer die Förderung der Medienkompetenz.

Medienerziehung im Kindergarten umfasst unter anderem das:

  • Reflektieren und Verarbeiten von Medienerlebnissen
  • Analysieren und kritische Durchleuchten von Medieninhalten (z.B. Serien, Werbung etc.)
  • Nutzen von Medien zur Entspannung und Unterhaltung
  • Verwenden von Medien als Ausdrucksmittel
  • Heranziehen von Medien als Werkzeuge zum kreativen Gestalten eigener Produkte und Verwirklichen eigener Ideen
  • Erfahrbarmachen von Medien als Informationsquellen, aus denen Wissen geschöpft werden kann (zB Bücher, Internet, Wissenssendungen etc.) und als Mittel zur Unterstützung des spielerischen Lernens
  • Erlebbarmachen von Medien als Kommunikationsmittel, die ein vielfältiges in Kontakttreten mit anderen Menschen erlauben (zB Flaschenpost, Mobiltelefone, Internet etc.)
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Im Mittelpunkt der frühen Medienerziehung steht das Reden über Medien und Medienerlebnisse.

Medienerziehung heißt Reden über Medien

Im Kindergarten hat der konkrete Umgang mit Medien den gleichen Stellenwert wie das Reden über Medien. Die Kinder haben die Möglichkeit sich kritisch mit Medieninhalten und deren Absichten auseinanderzusetzen und den eigenen Umgang mit Medien zu reflektieren. Gespräche, aber auch kreative Tätigkeiten wie Malen oder Rollenspiele, dienen der Verarbeitung von Medienerlebnissen. Das gemeinsame Gespräch kann immer auch Anstoß für praktische Medienarbeit sein.

Medienerziehung ist lebensweltorientiert und ganzheitlich

Ausgegangen wird stets von der Erfahrungswelt, den Interessen sowie dem Entwicklungsstand der Kinder. Die Förderung der Medienkompetenz findet nicht isoliert, sondern immer in einem pädagogischen Kontext statt. So werden gleichzeitig immer auch andere Fähigkeiten und Fertigkeiten der Kinder angesprochen und erweitert. Durch gemeinsames Tun und selbsttätiges Handeln werden gleichzeitig soziale, kommunikative, ethische, kreative und technische Kompetenzen gefördert.

Medienerziehung ist handlungsorientiert

Medien ermöglichen es den Kindern durch eigenständiges Tun, Ausprobieren und Erleben zu lernen. Die Gestaltung eigener Medienprodukte gibt den Kindern Einblick in die Funktion und Wirkungsweise der Medien und fördert gleichzeitig ihre Kreativität und Fantasie. Sie werden selbst tätig und können stolz auf ihr Werk sein. Das stärkt auch ihr Selbstbewusstsein. So wird allen Kindern die Möglichkeit geboten aus der Rolle des passiven Medienkonsumenten bzw. der passiven Medienkonsumentin in die des aktiven Mediengestalters bzw. der aktiven Mediengestalterin zu schlüpfen.

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Auch in der Medienerziehung geht es um Freude am gemeinsamen Tun.

Medienerziehung soll Spaß machen

Bei allen Anforderungen, die an die Medienerziehung gestellt werden, geht es vor allem darum, Spaß am Umgang mit Medien zu vermitteln. Unterhaltung und Freude am Tun, am Ausprobieren und Gestalten sind wichtige Ziele des medienpädagogischen Handelns.

Medienerziehung ist freiwillig

Freude am Umgang mit Medien kann nur bestehen, wenn dieser freiwillig ist. Die Kinder sollen aus einem breiten Angebot wählen können und selbst entscheiden, mit welchen Medien sie sich befassen möchten. Dabei sollen sie Medien als eine Möglichkeit sich auszudrücken erfahren, als Werkzeuge, die sie zum kreativen Tun einsetzen können, und als Quelle, die Information, aber auch Unterhaltung und Spaß bieten kann. 

Medienerziehung ist gemeinschaftlich

Kinder lieben es zusammen zu spielen. In der Auseinandersetzung mit anderen eignen sie sich wichtige soziale und sprachliche Kompetenzen an. Auch in der Medienarbeit steht die Freude am gemeinsamen Tun, Erleben und Experimentieren im Mittelpunkt.

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Elternarbeit in der Medienerziehung heißt Dialog und Vertrauen.

Medienerziehung heißt auch Elternarbeit

Ein wichtiger Aspekt der Medienerziehung im Elementarbereich ist die Elternarbeit. Hier geht es einerseits darum Eltern die Bedeutung früher Medienbildung nahezubringen und andererseits diese in der Medienerziehung ihrer Kinder zu unterstützen. Im gemeinsamen Gespräch können Fragen geklärt und Ängste genommen werden. Gleichzeitig erfährt der/die PädagogIn wie der Medienalltag der Kinder geprägt ist. Die Zusammenarbeit mit den Eltern kann durch themenbezogene Elternabende, Präsentationen der kindlichen Medienprodukte sowie Einbeziehen der Eltern in die Medienarbeit des Kindergartens stattfinden.

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