Die Medienerziehung im bundesländerübergreifenden Bildungsrahmenplan

Die Beschäftigung mit Medien ist nicht als eigener Bildungsbereich ausgewiesen, allerdings wird sie innerhalb anderer Bildungsbereiche explizit erwähnt.

Bildungsrahmenplan
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Im bundesländerübergreifenden Bildungsrahmenplan für elementare Bildungseinrichtungen in Österreich aus dem Jahr 2009 sind sechs Bildungsbereiche aufgelistet:

  • Emotionen und soziale Beziehungen
  • Ethik und Gesellschaft
  • Sprache und Kommunikation
  • Bewegung und Gesundheit
  • Ästhetik und Gestaltung
  • Natur und Technik

Medien sind nicht als eigener Bildungsbereich ausgewiesen. Sie werden allerdings in zwei Bildungsbereichen explizit erwähnt - in Sprache und Kommunikation sowie in Ästhetik und Gestaltung.

Im Bereich Sprache und Kommunikation wird den "Informations- und Kommunikationstechnologien" neben "Sprache und Sprechen", "verbale und nonverbale Kommunikation" und "Literacy" ein eigener Absatz gewidmet. Dort heißt es:

"Informations- und Kommunikationstechnologien (digitale Medien) bestimmen den Alltag von Erwachsenen und Kindern und sind zu einem wichtigen Mittel gesellschaftlicher Partizipation geworden. Eine zeitgemäße elementare Bildung umfasst daher auch die Förderung kindlicher Medienkompetenz. Diese befähigt Kinder, unterschiedliche Medien zunehmend selbstgesteuert und kritisch zu nutzen. Die kreative Gestaltung von Medien sowie mit Medien ermöglicht es darüber hinaus, sich auszudrücken und eigene Produkte zu schaffen." (Bundesländerübergreifender Bildungsrahmenplan 2009, S.15)

Unter Ästhetik und Gestaltung wird die Mediengestaltung als eine Möglichkeit sich kreativ auszudrücken erwähnt:

"Im ästhetischen Bereich wird Kreativität in verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen deutlich, wie im bildnerischen und plastischen Gestalten, im darstellenden Spiel, im Tanz, in der Mediengestaltung sowie in der Auseinandersetzung mit Musik und Sprache" (Bundesländerübergreifender Bildungsrahmenplan 2009, S.19)

Bildungsbereiche sind nie getrennt voneinander zu betrachten, da sie sich teilweise überschneiden und/oder einander ergänzen. Auch digitale Medien sind nicht nur als Werkzeug zur Sprachförderung oder zur kreativen Gestaltung zu sehen. Vielmehr können sie auch in alle anderen Bildungsbereiche einfließen und bieten dort zahlreiche Einsatzmöglichkeiten. Extra angeführt werden sie dort allerdings nicht. Und schließlich kann die kritische Auseinandersetzung mit Medien an sich schon eine Bildungsaufgabe darstellen.

Medienerziehung im Elementarbildungsbereich nimmt (noch) eine Nebenrolle ein. Die Aufnahme von Medien in den Bildungsplan bzw. deren explizite Erwähnung ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Das Ziel ist, Medienerziehung als unerlässlichen und selbstverständlichen Bestandteil der Bildungsaufgabe des Kindergartens zu verstehen und anzuerkennen. 


Webtipp:

Der Bundesländerübergreifende BildungsRahmenPlan für elementare Bildungseinrichtungen in Österreich zum Nachlesen.

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