Die Modelle der Medienkompetenz

Medienkompetenz ist das oberste Ziel medienpädagogischer Bemühungen. Was das nun genau ist, erfahren Sie hier.

Kind mit Kamera
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Mit Medien kompetent umgehen zu können ist das oberste Ziel medienpädagogischer Bemühungen.

Medienkompetenz (engl.: media literacy) ist die Fähigkeit mit Medien selbstbewusst, selbstbestimmt, kreativ und kritisch umgehen zu können. Sie geht über das reine Bedienenkönnen von Geräten also weit hinaus. Die Fähigkeiten müssen genauso erlernt werden wie etwa die klassischen Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen. Die Förderung der Medienkompetenz ist oberstes Ziel der Medienpädagogik und kann im Rahmen der Medienerziehung bereits im Kindergarten angebahnt werden.

Definitionen von Medienkompetenz gibt es viele. MeKi möchte Ihnen an dieser Stelle zwei ausgewählte Modelle der Medienkompetenz vorstellen:

Modell der Medienkompetenz von Dieter Baacke

Der Erziehungswissenschaftler und Medienpädagoge Dieter Baacke teilt den Begriff in 4 Kategorien ein: Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung (Baacke 1997, S.98f).

Das heißt ein medienkompetenter Mensch:

  • nimmt Medieninhalte nicht einfach unreflektiert auf, sondern hinterfragt diese stets kritisch und nimmt sie auch auf Hinblick ethischer, moralischer und sozialer Aspekte unter die Lupe. Er analysiert ihre Wirkung und durchschaut ihre Absichten und Funktionen.
  • kann die unterschiedlichen Medien bedienen und hat Einblick in die technischen Grundlagen.
  • kann Medienangebote und –inhalte für sich nutzen und genießen (z.B. Anhören einer CD oder Spielen eines Computerspiels), bleibt dabei aber stets selbstbestimmt und verantwortungsbewusst.
  • setzt Medien als  Kommunikationsmittel zum Ausdruck eigener Ideen ein und verwendet sie als Werkzeuge zur kreativen Arbeit bzw. zur Gestaltung eigner Medienprodukte.

Modell der Medienkompetenz von Prof. Dr. Stefan Aufenanger

Der Erziehungswissenschaftler und Medienpädagoge Prof. Dr. Stefan Aufenanger spricht von sechs Dimensionen, die alle gleichwertig zu behandeln sind:

  • Kognitive Dimension
    Wissen über Medien, Erkennen von Absichten, Verstehen von Inhalten
  • Handlungsdimension
    aktiver, kreativer und kompetenter Umgang mit Medien
  • Moralische Dimension
    verantwortungsbewusster Umgang mit Medien, Bedenken ethischer Fragen
  • Soziale Dimension
    Kommunikation und soziale Interaktionen mit und durch Medien
  • Affektive Dimension
    Genuss von Medien, Unterhaltung, Medien als Erlebnis
  • Ästhetische Dimension
    Wahrnehmung von Medien

(vgl. Aufenanger 2003)

Die Förderung der Medienkompetenz entspricht demnach immer auch einer ganzheitlichen Förderung, was dem Bildungsauftrag des Kindergartens entspricht.

Medienkompetenz ist in unserer modernen Welt zu einer Schlüsselqualifikation geworden. Sie ist Handlungskompetenz und zugleich kommunikative Kompetenz, die notwendig ist, um sich ausdrücken und mit der Umwelt in Kontakt treten zu können. Ist ein mündiger, eigenverantwortlicher Mensch das Ziel pädagogischer Bemühungen, muss daher auch eine Auseinandersetzung mit Medien stattfinden.


Webtipp:

Das Medienkompetenz-Modell von Dieter Baake aus dem Handbuch Medienkompetenz (Hrsg. Baacke, Kornblum u.a.), Bonn 1999, S31ff zum Nachlesen.

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