Medienerlebnisse verarbeiten

Im Kindergarten können den Kindern verschiedene Möglichkeiten geboten werden, ihre von zu Hause mitgebrachten Medienerlebnisse und damit verbundenen Gefühle zu verarbeiten.

Malbuch
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Alter: ab 5 Jahren

Sozialform: Kleingruppe bis Gesamtgruppe

Ressourcen: 

  • Bilder von technischen Geräten wie Fernseher, Computer, Tablet, Smartphone, Spielekonsolen, etc.
  • mitgebrachte Dinge der Kinder

Kompetenzen:

  • Sprachlich-kommunikative Kompetenz: Erlebtes Nacherzählen, Berichten
  • Umweltkompetenz: Reflexion der technischen Geräte, die in Verwendung sind
  • Medienkompetenz: Reflektieren und kritisieren von Medieninhalten

Einführung

Im Kreis können die Bilder der technischen Geräte aufgelegt, vorgestellt und zusammen besprochen werden. Leitfragen: Wer hat zuhause eines dieser Geräte? Wer darf es benutzen? Wie lange darf es benutzt werden? Gibt es Regeln dazu? Darf es vom Kind allein benutzt werden?

Durchführung

Gemeinsame Gespräche über Medienerlebnisse und Nutzungsgewohnheiten

Leitfragen:

  • Schaust du gerne fern und warum? Was gefällt dir daran, was nicht?
  • Wann schaltest du den Fernseher/ den Computer ein (nach dem Kindergarten, am Wochenende, vor dem Frühstück etc.)
  • Wie heißt deine Lieblingssendung? Wovon handelt sie?
  • Welches Computerspiel/welche App hast du am liebsten? Welche Aufgabe(n) hast du darin zu meistern?
  • Kannst du uns eine Szene aus deiner Lieblingssendung erzählen?
  • Wer ist dein Medienheld? Wie sieht er/sie aus? Was kann er/sie besonders gut?

Die Kinder können zu den Gesprächen auch Spielfiguren ihrer Medienhelden oder entsprechend bedruckte Gegenstände mitnehmen, die wiederum Anlass zur weiteren Diskussion und neuen Fragen geben.

Sachinformationen

Sachinformationen

Gemeinsame Gespräche sind in der pädagogischen Arbeit mit Kindern unverzichtbar. Das Reden über Medien stellt eine wichtige Methode zur Verarbeitung von bzw. Auseinandersetzung mit Medienerlebnissen dar. Wichtig dabei ist eine wertschätzende Atmosphäre, in der die Interessen und Erfahrungen der Kinder ernst genommen werden und diese sich völlig offen äußern können.

Gestalterische, kreative und symbolische Ausdrucksformen haben gerade bei Kindern, deren Sprachkompetenz erst im Aufbau ist, große Bedeutung für die Verarbeitung von Medienerlebnissen und damit zusammenhängenden Emotionen. Zeichnungen und Bastelarbeiten, aber auch das Nachspielen von Erlebnissen in Form von Rollenspielen hilft den Kindern Distanz zu schaffen und die positiven Potenziale des Fernsehens und anderer Medieninhalte zu nutzen.

Mediennutzung:

Der Großteil der Kindergartenkinder nutzt in seiner Freizeit regelmäßig den Fernseher und hat auch schon Erfahrungen mit dem Computer und dem Internet gemacht. Auch das Spielen von Apps auf Smartphone oder Tablet ist für viele Kinder nichts Neues. All diese Medienerlebnisse lösen unterschiedlichste Emotionen aus. Da es Kindern oft schwer fällt, sich von der fiktiven, über die Medien transportierten Welt zu distanzieren, sind die erzeugten Ängste, Wünsche und Fantasien besonders stark ausgeprägt. Im Kindergarten können ihnen verschiedene Möglichkeiten geboten werden, ihre Erfahrungen und Gefühle zu verarbeiten und von dem Erlebten emotional Abstand zu nehmen.

Weiterführende Ideen

Weiterführende Ideen

Kreative Auseinandersetzung mit Medienerlebnissen

Zeichnungen und Bastelarbeiten

Unterstützen Sie die Kinder im Aufbau ihrer Medienkompetenz, indem Sie Raum für freies Malen und Basteln schaffen, aber auch spezifische Aufgaben zur Auseinandersetzung mit Medienerfahrungen stellen.

  • Die Kinder sollen ihre Medienhelden zeichnen. Die Zeichnungen werden ausgestellt.
  • Richten Sie im Gruppenraum gemeinsam mit den Kindern eine Ecke ein, in der verschiedenste Materialien zum freien Zeichnen und Basteln einladen. Kinder können sich oft besser mit Hilfe von Symbolen ausdrücken und so eigene Gefühle verarbeiten.
  • Basteln Sie gemeinsam mit den Kindern einen Fernseher aus Karton. Mit Hilfe von mitgebrachten oder selbst gebastelten Figuren können die Kinder Zeichentrickepisoden nachspielen oder auch selbst Geschichten erfinden und darstellen.


Singen und Tanzen

Die Titellieder der Lieblingssendungen oder -hörspiele der Kinder können gemeinsam angehört und gesungen, ein dazu passender Tanz zusammen einstudiert werden.

Rollenspiele

Stellen Sie verschiedene Verkleidungsutensilien und Requisiten zur Verfügung, mit Hilfe derer die Kinder ihre Medienerlebnisse nachspielen können. Basteln Sie gemeinsam einen großen Fernseher aus Karton oder auch - mit Hilfe von Vorhängen bzw. Leintüchern, die an einer gespannten Schnur befestigt werden - eine Theaterbühne, hinter dem bzw. auf der die Kinder als SchauspielerInnen agieren können. Schaffen Sie außerdem Raum für die Kinder, die nur zuschauen möchten.

  • Die Kinder nutzen den Bereich während der Freiarbeit und spielen im freien Rollenspiel eine Sendung bzw. eine Szene, die ihnen im Gedächtnis geblieben ist, nach, spinnen sie weiter oder erfinden eigene Geschichten.
  • Zeigen Sie einen Ausschnitt einer Zeichentrickserie und lassen Sie die Kinder überlegen, wie die Geschichte weitergehen könnte und ihre Ideen auf der Bühne präsentieren.
  • Entwickeln Sie gemeinsam mit den Kindern ein Theaterstück, in der die Medienhelden der Kinder als ProtagonistInnen auftreten.
  • Produzieren Sie gemeinsam Kindergarten-Nachrichten (Aktuelles, witzige Geschichten, Berichte über unternommene Ausflüge etc.), die mehrere Kinder hinter dem Karton-Fernseher sitzend, vortragen. Die Nachrichten-SprecherInnen können auch gefilmt werden.


MeKi Praxisideen:

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Stop-Motion mit der Digitalkamera - Der Legetrickfilm

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